Die Nasenchirurgie ist meine Leidenschaft. Mein Anspruch: Für jede individuelle Ausgangssituation die bestmögliche Lösung zu finden. Damit Sie schon bald wieder unbeschwert Ihren persönlichen Leidenschaften nachgehen können.
Nasenseptumdefekt sicher verschließen
Septumperforationen operieren
Der erfolgreiche Verschluss eines Nasenseptumdefekts, d.h. eines Loches in der Nasenscheidewand oder auch Septumperforation genannt, zählt zu den komplexesten Eingriffen der modernen Nasenchirurgie. Die besonderen Herausforderungen liegen einerseits in der anspruchsvollen mikrochirurgischen Operationstechnik, andererseits in den ungünstigen Gewebeeigenschaften durch Vernarbungen und die schlechte Durchblutung in der Umgebung des Defekts. Weil Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumperforationen) sehr selten sind, kommt der einzelne HNO-Arzt nur gelegentlich damit in Berührung. Im Gegensatz dazu begann ich schon vor 25 Jahren als junger Oberarzt, Nasenseptumdefekte zu rekonstruieren - damals ausschließlich mit der sog. Brückenlappentechnik, die mein langjähriger Chef und Lehrer Prof. Dr. Schulz-Coulon ab 1989 in der internationalen Nasenchirurgie etablierte.
Gerade bei solchen spezialisierten Eingriffen ist langjährige Erfahrung entscheidend. Als international anerkannter Rhinochirurg mit mikrochirurgischem Schwerpunkt und mehr als 1.500 erfolgreich durchgeführten Septumrekonstruktionen biete ich Ihnen höchste chirurgische Präzision auf diesem anspruchsvollem Gebiet.
Die bewährteste Methode zur Wiederherstellung der Nasenfunktion sind dreischichtige Rekonstruktionstechniken (z.B. die Brückenlappentechnik). Diese garantieren in den meisten Fällen den dauerhaften und funktionell erfolgreichen Verschluss der Nasenscheidewand. Dank dieser mikrochirurgischen Techniken lassen sich stabile und langfristig sehr gute Ergebnisse erzielen – für eine freie Atmung und mehr Lebensqualität.
Gerne begleite ich Sie auf Ihrem Weg - vom Beginn bis zur Beschwerdefreiheit.
Ursachen und Krankheitsbild
Löcher in der Nasenscheidewand
Die Ursachen für Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte oder Septumperforationen) sind vielfältig. Die meisten Septumperforationen sind leider auf vorangegangene Operationen an der Nasenscheidewand, z.B. Nasenseptumplastiken, Septorhinoplastiken (Nasenkorrekturen) oder Nasenscheidewandoperationen im Rahmen von Eingriffen an den Nasennebenhöhlen zurückzuführen. Seltener spielen Unfälle mit Beteiligung der Nase oder spezielle Autoimmunerkrankungen ursächlich eine Rolle. Aber auch der Gebrauch toxisch wirksamer Substanzen (z.B. Kokain) kann gelegentlich zu erheblichen Entzündungen der Nasenschleimhaut führen, die dann Perforationen der Nasenscheidewand hervorrufen. Bei einigen Septumdefekten lassen sich keinerlei Ursachen finden.
Unabhängig von den Ursachen äußert sich das Leiden der Patienten mit eindeutigen Symptomen: Probleme bei der Nasenatmung, Nasenbluten und ästhetische Veränderungen gehören zum Krankheitsbild.
Weitere Symptome:
- Pfeifende Geräusche beim Einatmen, verursacht durch turbulente Luftströme durch das Loch in der Nasenscheidewand
- Beeinträchtigte Nasenatmung oder wechselnde Verstopfungen durch Borkenbildung
- Trockenheit der Nasenschleimhaut, wodurch Verkrustungen und Blutungen begünstigt werden
- Blutungen aus der Nase
- Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich der Nase
- Absinken des Nasenrückens (Sattelbildung) und der Nasenspitze
- Psychische Beeinträchtigungen aufgrund der täglichen Konfrontation mit den Beschwerden, Angsstörungen und Gefühl der Hilflosigkeit
Heilung mit dreischichtigen Operationstechniken
Rekonstruktion des Nasenseptums
Bei einem Loch in der Nasenscheidewand handelt es sich um einen dreischichtigen Organdefekt. Nur durch eine Wiederherstellung dieser drei Schichten (zwei Schleimhautschichten und der dazwischenliegende Septumknorpel) gelingt eine sichere Rekonstruktion der Nasenscheidewand und damit die Wiederherstellung der Physiologie der Nasenatmung. Mein langjähriger Chef und Lehrer Prof. Schultz-Coulon hat erstmals mit der Brückenlappentechnik im Jahre 1989 eine dreischichtige Operationstechnik vorgestellt und als Routineverfahren in der Nasenchirurgie etabliert. Durch eigene Weiterentwicklungen dieser Technik und Kombination mit anderen Schleimhautverschiebungen in der Nasenhöhle konnte ich seit 2001 über 1.500 dreischichtige Nasenseptumrekonstruktionen mit einer langfristigen Erfolgsquote von ca. 90 % durchführen. Dabei handelt es sich um die weltweit größte Studie über die Behandlung von Nasenseptumdefekten. Die individuelle Erfolgsquote einer Komplettrekonstruktion der Nasenscheidewand hängt dabei von der Defektgröße, dem Schleimhautzustand und der Defektursache ab.
Warum ich mich seit dem Jahre 2001 mit dreischichtigen Operationsverfahren zur Rekonstruktion von Septumperforationen beschäftige, diese anwende und welche Vorteile diese Techniken meiner Erfahrung nach bietet?
Alle größeren Studien belegen, dass es sich bei den dreischichtigen Rekonstruktionsmethoden um die bei weitem erfolgreichsten Operationstechniken zum Septumdefektverschluss handelt. Dabei ist zusätzlich von Vorteil, dass nur eine Operation erforderlich ist, der Zugangsweg immer über das Naseninnere erfolgen kann und damit keine sichtbaren Narben hinterlässt. Und nicht zuletzt sind die sehr selten auftretenden Rezidivdefekte praktisch immer deutlich kleiner als vor der Operation und können – wenn überhaupt noch Beschwerden bestehen sollten – wieder mit der gleichen dreischichtigen Operationstechnik in gleich hoher Erfolgsquote verschlossen werden.
Details und Vorgehensweise bei Dr. Stange
Die dreischichtige Rekonstruktion der Nasenscheidewand
Ambulante Erstvorstellung im HNO-Zentrum Neuss
Die Erstvorstellung erfolgt immer zunächst in meiner OP-Sprechstunde im HNO-Zentrum Neuss. Dort wird Ihre Nase mikroskopisch und endoskopisch untersucht sowie die Beschaffenheit der Nasenschleimhaut und der Zustand des knorpelig-knöchernen Stützgerüstes der Nase beurteilt. In den meisten Fällen muss dazu ebenfalls eine spezielle Röntgendarstellung der Nase mit hochauflösender 3-D-Rekonstruktion der Nasenscheidewand (Digitales Volumentomogramm: DVT) durchgeführt werden. Erst danach kann die relative Größe des Loches (Septumdefekt / Septumperforation) im Verhältnis zur Gesamtgröße der Nasenscheidewand bestimmt werden. Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, läßt sich die Prognose eines Komplettverschlusses meist sehr genau einschätzen. Ob eine Nasenseptumrekonstruktion empfohlen wird bzw. überhaupt medizinisch erforderlich ist, wird individuell mit Ihnen besprochen. Danach kann ggf. ein Operationstermin vereinbart werden.
01. Krankenhaus und Anästhesie
Die Operation wird entweder in der HNO-Klinik der Schön Klinik in Düsseldorf-Heerdt oder im Helios Klinikum in Krefeld (HNO-Klinik oder Privatklinik) durchgeführt. Je nach Entfernung zum Heimatort ist für die Operation ein stationärer Kliniksaufenthalt von zwei bis drei Tagen erforderlich. Der Eingriff erfolgt immer unter Vollnarkose mit einem Zugang über das Naseninnere (endonasaler Zugang).
02. Mikrochirurgische Präparation
Alle Operationsschritte erfolgen bei mir unter Verwendung eines modernen Operationsmikroskops. Es ist nur ein Zugang über das Naseninnere (endonasal) erforderlich, es kommt daher nicht zu äußeren Narben. Nach dem Schleimhautschnitt im Naseneingang wird die gesamte verbliebene Schleimhaut vom restlichen Knorpel und Knochen der Nasenscheidewand mikrochirurgisch abpräpariert. Auch die gesamte Nasenschleimhaut des Nasenbodens und des Nasendaches wird mikrochirurgisch mobilisiert.
03. Schleimhautlappen
Durch Verschiebungen der präparierten Schleimhaut des Naseninneren - sog. Schleimhautlappen - wird die Schleimhaut der Nasenscheidewand rekonstruiert. Dazu können z.B. Brückenlappen (entsprechend der Brückenlappentechnik) verwendet werden. Auf jeder Seite sind meist zwei solcher Schleimhautlappen erforderlich. Die Wahl erfolgt aufgrund der Defektgröße, der Schleimhautbeschaffenheit sowie des Zustandes des restlichen Septumknorpels und -knochens für jede Nasenhöhlenseite getrennt. Die Schleimhaut wird über den Defekt verschoben und mikrochirurgisch mit feinen selbstauflösenden Nähten befestigt.
04. Knorpelrekonstruktion
Der fehlende Knorpel oder Knochen der Nasenscheidewand muss immer ersetzt werden, da es sonst zu einer erneuten Defektbildung kommen kann. Diese Rekonstruktion wird bei mir immer mit körpereigenem Knorpel durchgeführt. In den meisten Fällen wird dabei Knorpel aus der Ohrmuschel über einen Schnitt an der Ohrmuschelrückfläche entnommen. Die Ohrmuschelform bleibt dabei unverändert. Rippenknorpel ist nur in Ausnahmefällen erforderlich. Der transplantierte Knorpel wird dann in den Knorpeldefekt eingepasst und mit selbstauflösenden Nähten befestigt.
05. Wundverschluss und Fixierung
Mit mehreren selbstauflösenden sog. Matratzennähten wird die gesamten Nasenscheidewand (Schleimhautlappen und transplantierter Knorpel) stabilisiert und fixiert sowie der Schleimhautschnitt am Naseneingang verschlossen. Es werden dann dünne individuell zugeschnittene Silikonfolien auf jeder Seite der Nasenscheidewand angelegt und mit einem Faden fixiert. Anschließend erfolgt die Einlage einer schmalen Gummifingerlingstamponade in jede Nasenhöhle, um die Schleimhautlappen zu stabilisieren.
06. Nachbehandlung
Die Tamponaden werden am zweiten Tag nach der Operation noch im Krankenhaus entfernt. Da es sich um sehr dünne Gummifingerlinge handelt, ist das Herausziehen zwar etwas unangenehm, jedoch praktisch schmerzfrei. Die noch in der Nase vorhandenen Septumfolien werden ambulant nach etwa 2 Wochen entfernt. In den ersten Wochen ist eine mehrmals tägliche Salbenbehandlung sowie eine gelegentliche Nasenpflege in Ihrer HNO-Praxis erforderlich.
Damit Sie wieder
unbeschwert atmen können!
Meine Philosophie
Mit Spezialisierung und Erfahrung zur Heilung
Ziel jeder Behandlung ist für mich ein überzeugendes Ergebnis – und Patienten, die wieder frei durchatmen und sich wohlfühlen können. Aber der Weg dahin ist entscheidend. Er beginnt mit Vertrauen, Sorgfalt und Erfahrung. Von der ersten Beratung bis zur erfolgreichen operativen Behandlung sind Sie bei mir in besten Händen. Von Anfang an.
Leidenschaft
Erfahrung
In mehr als 25 Jahren Erfahrung, Weiterbildungen und Lehre in der speziellen Nasenchirurgie bin ich etablierter Spezialist für sehr anspruchsvolle Eingriffe und Behandlungen.
Spezialisierung
Spezialisierung ist der Schlüssel zu herausragenden Ergebnissen. Als HNO-Facharzt konzentriere ich mich ausschließlich auf die Nasenchirurgie – insbesondere auf die Rekonstruktion der Nasenscheidewand. Dabei verbinde ich mikrochirurgische Präzision mit langjähriger operativer Erfahrung.
FAQ
Sie haben Fragen rund um die rekonstruktive Nasenchirurgie oder zum Behandlungsablauf?
Wir liefern Antworten.
Die folgenden Fragen und Antworten geben meine Einschätzung aus über 20 Jahren Spezialisierung auf die Rekonstruktion von Nasenseptumdefekten (Septumperforationen) wieder. Ich habe mehr als 1.500 dieser Eingriffe selbst durchgeführt – nach meiner Kenntnis die weltweit höchste Fallzahl eines einzelnen Operateurs. Meine 2011 vorgestellte Klassifikation nach der relativen Defektgröße hat sich zur Einschätzung der Erfolgsaussichten bewährt. Manche meiner Einschätzungen weichen von älteren Lehrbuchaussagen ab – sie beruhen auf diesen eigenen umfangreichen Erfahrungen.
Die Fragen sind thematisch gruppiert und folgen dem Weg von den Ursachen über die Behandlungsentscheidung und die Operation bis zu Genesung, Nachsorge und Kosten; danach folgen einzelne Sonderthemen. Sie können fortlaufend lesen oder direkt zu dem Abschnitt springen, der Sie betrifft
Manche Antworten sind zusätzlich zu meinen wissenschaftlichen Veröffentlichungen (ResearchGate) verlinkt oder führen direkt zu den Zusammenfassungen einiger meiner Vorträge.
Grundsätzliches zum Nasenseptum, Septumplastik, Septumrekonstruktion und Löchern in der Nasenscheidewand
Nasenseptumdefekt, Septumperforation, Loch in der Nasenscheidewand - was ist nun die richtige Bezeichnung?
Ein Loch in der Nasenscheidewand (Nasenseptum bzw. lat. septum nasi) wird medizinisch korrekt als Nasenseptumdefekt (engl. nasal septal defect) bezeichnet. Die Nasenscheidewand oder auch Nasenseptum (lat. septum nasi, engl. nasal septum) trennt die Nasenhaupthöhle in fast gleich große Hälften. Synonym - wenn auch nicht ganz medizinisch korrekt - wird auch der Begriff Septumperforation (engl. nasal septal perforation oder septum perforation) verwendet.
Wie ist eine Nasenscheidewand aufgebaut, wozu ist sie notwendig?
Die Nasenscheidewand teilt die Nasenhöhle in zwei Teile. Sie ist dreischichtig aufgebaut: Als innere Stützschicht findet man im vorderen Bereich Knorpel und hinten Knochen. Auf beiden Seiten ist dieser Knorpel bzw. Knochen von der Nasenschleimhaut überzogen. Eine intakte Nasenscheidewand sorgt für eine normale (laminare) Strömung der eingeatmeten Luft. Die Nasenschleimhaut ist aus vielen unterschiedlichen Zellen aufgebaut, die in der Summe für die Klimatisierungsfunktion der Nase, d.h. Anwärmen und Befeuchten, aber auch für das Gefühl der freien Nasenatmung verantwortlich sind.
Was genau ist ein Loch in der Nasenscheidewand?
Ein Loch in der Nasenscheidewand liegt vor, wenn an einer Stelle alle drei Schichten der Nasenscheidewand vollständig fehlen: die Schleimhaut auf beiden Seiten und der dazwischenliegende Knorpel bzw. Knochen. Dadurch entsteht eine offene Verbindung zwischen der linken und der rechten Nasenhaupthöhle, die normalerweise durch die intakte Nasenscheidewand voneinander getrennt sind. Die Größe eines solchen Defekts kann von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern reichen. Medizinisch wird dieser Zustand als Nasenseptumdefekt oder Septumperforation bezeichnet.
Welche Folgen hat ein Loch in der Nasenscheidewand für die Nasenfunktion?
Weil bei einem Septumdefekt an der betroffenen Stelle keine schützende, klimatisierende Schleimhaut mehr vorhanden ist, strömt die eingeatmete Luft dort turbulent statt gleichmäßig (laminar) durch die Nase. Diese turbulente Strömung trocknet die umliegende Schleimhaut aus und begünstigt vermehrte Entzündungen mit Borkenbildung; zugleich geht das Gefühl der freien Nasenatmung verloren. Da die fehlenden Schleimhautzellen auch für das Anwärmen und Befeuchten der Luft verantwortlich sind, wird die eingeatmete Luft insgesamt schlechter klimatisiert.
Zusätzlich kann die turbulente Luftströmung das Riechvermögen beeinträchtigen: Die Riechstoffe gelangen dadurch nicht mehr optimal zum Riechepithel im oberen Bereich der Nasenhöhle, sodass es zu einer Riechstörung kommen kann.
Was ist der Unterschied zwischen einer Septumplastik und einer Septumrekonstruktion?
Eine Septumplastik bezeichnet eine Begradigung der Nasenscheidewand (Nasenseptum). Mit dem Beginn der operativen Behandlungen an der Nasenscheidewand - ca. zu Beginn des 20. Jahrhunderts - wurde zunächst nur der verbogene Knorpel bzw. Knochen der Nasenscheidewand entfernt (resiziert). Ein solcher Eingriff wird als submuköse Septumresektion bezeichnet, da der (verbogene) Knorpel bzw. Knochen unter der Nasenschleimhaut (submukös) entfernt wurde. Diese Operationstechnik hat jedoch viele Nachteile, sodass diese seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr durchgeführt wird bzw. nicht mehr durchgeführt werden sollte. Bei den aktuell durchgeführten Operationen zur Begradigung der Nasenscheidewand handelt es sich um sog. plastische Septumkorrekturen: die verbogenen Anteile des Septumknorpels und -knochens werden nach Abpräparieren der Nasenschleimhaut zunächst entfernt, begradigt und wieder zwischen die Schleimhautblätter der Nasenschleidewand positioniert. Daher die Bezeichnung Septumplastik.
Wenn das Nasenseptum durchlöchert ist, d.h. es liegt ein Septumdefekt bzw. -perforation vor, dann muss das Nasenseptum wiederhergestellt (rekonstruiert) werden. Da bei einem Nasenseptumdefekt insgesamt drei Schichten des Nasenseptums nicht mehr vorhanden sind, müssen diese drei Schichten (zwei Schleimhautschichten und der dazwischenliegende Knorpel oder Knochen) auch wieder rekonstruiert werden. Daher die Bezeichnung Septumrekonstruktion.
Kommen Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte / Septumperforationen) häufig vor?
Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte bzw. Septumperforationen) werden nicht sehr häufig beobachtet. Der einzelne HNO-Arzt ist in seiner Praxis (und auch in der Klinik) nur sehr selten mit Patienten konfrontiert, welche von einem Loch in ihrer Nasenscheidewand betroffen sind. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, weswegen auch heute noch viele Unsicherheiten bei der Behandlung von Nasenseptumdefekten bestehen. In der wissenschaftlichen Literatur werden bei 1 - 2 % der Bevölkerung Nasenseptumdefekte beschrieben.
(zuletzt aktualisiert am 31.08.2026)
Ursachen und Erkennung von Nasenseptumdefekten (Septumperforationen)
Wodurch kann ein Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) entstehen?
Häufigste Ursache sind Komplikationen nach einer Operation an der Nasenscheidewand (Septumplastik) oder der gesamten Nase (Septorhinoplastik). Sie können schicksalshaft auftreten oder auf unzureichende operative Erfahrung zurückgehen. Verletzungsbedingte Defekte sind selten. Nach meiner Erfahrung bei über 2.000 behandelten Patienten sind wiederholtes „Nasenbohren“ sowie starker oder langjähriger Gebrauch abschwellender oder kortisonhaltiger Nasensprays – anders als oft angenommen – nicht sicher mit der Entwicklung eines Septumdefektes verbunden. Wahrscheinlicher ist der umgekehrte Weg: Verkrustungen eines spontan entstandenen Defekts führen zur Manipulation an der Nase. Kokainkonsum ist dagegen eine eindeutige Ursache für Entstehung und Vergrößerung einer Septumperforation. Schon einmaliger Gebrauch kann eine Entzündung der Nasenschleimhaut auslösen, die zu einem entzündlich bedingten Defekt führt. Auch Autoimmunerkrankungen (z. B. Granulomatose mit Polyangiitis = Morbus Wegener) können ein entzündlich bedingtes Loch in der Nasenscheidewand verursachen. In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.
Woran erkenne ich, dass ich möglicherweise eine Septumperforation habe?
Typische Anzeichen sind ein Pfeif- oder Zischgeräusch beim Atmen (besonders beim Einatmen), Krustenbildung, wiederkehrendes Nasenbluten, ein Verstopfungsgefühl trotz freier Nasenatmung sowie gelegentlich unangenehmer Geruch. Liegt die Perforation weit vorn, können Sie diese oft selbst im Spiegel sehen – besonders, wenn Sie in ein Nasenloch hineinleuchten und durch das andere schauen. Die endgültige Diagnose stelle ich bei der mikroskopischen und endoskopischen Untersuchung Ihrer Nase
Ist ein Loch in der Nasenscheidewand gefährlich?
Eine Septumperforation ist nicht lebensbedrohlich. Krusten, ständiges Nasenbluten und Atembeschwerden können Ihre Lebensqualität aber erheblich einschränken. Auch Riechstörungen und ein Fremdkörpergefühl sind möglich. Die größte Gefahr ist eine weitere Vergrößerung des Defekts, die sich nicht genau vorhersehen lässt. Bei sehr großen Defekten kann sich zusätzlich die äußere Nasenform verändern, mit Einsinken des Nasenrückens (Sattelnase).
Kann sich eine Septumperforation von selbst wieder schließen?
Nein. Einmal entstandene Löcher in der Nasenscheidewand heilen niemals spontan zu und werden leider auch niemals kleiner. Ohne Behandlung bleibt der Defekt bestehen oder vergrößert sich in vielen Fällen mit der Zeit. Bei meinen Patienten vergrößerten sich spontan entstandene Defekte in ca. 60 % der Fälle, während postoperativ entstandene Perforationen in ca. 95 % größenstabil blieben. Kokainbedingte Defekte vergrößern sich bei fortgesetztem Konsum in 70 % der Fälle; gelingt es, den Konsum zu beenden, nur noch in 8 %. Leider führten auch Septumbuttons (Obturatoren) in 80 % der Fälle zu weiteren Vergrößerungen.
Siehe auch: Stange, T.(2023): Beobachtungen zum Spontanverlauf von Nasenseptumdefekten. Poster auf der 94. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie in Leipzig. (download Poster)
(zuletzt aktualisiert am 10.08.2026)
Muss ich operiert werden? - Die Behandlungsentscheidung
Muss jede Septumperforation operiert werden?
Nein, nicht jedes Loch in der Nasenscheidewand muss operiert werden. Das lässt sich allerdings nur individuell beurteilen – durch einen sehr erfahrenen, auf Septumrekonstruktionen spezialisierten Nasenoperateur – nach einer Untersuchung der Nase und Nasenschleimhaut und ggf. einer speziellen Röntgenuntersuchung. Dieser sollte nach meiner Einschätzung nach mindestens 100 solcher Eingriffe selbst durchgeführt haben. Bei der Einschätzung spielen dann die Ursache des Defektes, der Zustand der Schleimhaut, die Größe der Perforation im Verhältnis zur Nase, noch vorhandener Knorpel und Knochen sowie Ihre Beschwerden und Allgemeinerkrankungen eine Rolle.
Größenstabile Defekte – etwa nach Operationen entstandene Löcher ohne größere Beschwerden – müssen in der Regel nicht operiert werden. Spontan und ohne erkennbare Ursache entstandene Defekte sollten dagegen eher operiert werden, da sie sich meist langsam vergrößern. Unabhängig von der Ursache sollte Ihre Septumperforation operiert werden, wenn Sie unter belastenden Symptomen leiden – Krustenbildung, häufigem Nasenbluten oder behinderter Nasenatmung. Manchmal bringt schon eine konservative Behandlung mit intensiver Salbenpflege und dem Verzicht auf schleimhautreizende Stoffe (Kokain, Nikotin) eine deutliche Besserung. Auch psychische Belastungen durch eine Septumperforation – die gar nicht selten sind – sind für mich ein Grund zur Rekonstruktion des Nasenseptums.
Siehe auch: Stange, T. (2026): Aktualisierte OP-Indikation bei spontanen symptomatischen Nasenseptumdefekten. Vortrag auf der 97. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie in Ulm. (download Abstract)
Kann jedes Loch in der Nasenscheidewand operiert werden?
In den allermeisten Fällen ist eine operative Rekonstruktion der Nasenscheidewand möglich – bei der Indikation stehen für mich Ihre individuellen Beschwerden im Vordergrund. Bei den meisten Defekten gelingt eine Komplettrekonstruktion. Erscheint das operationstechnisch nicht möglich – etwa bei sehr großen Perforationen oder mehrfach voroperierten Patienten –, kann eine Teilrekonstruktion einzelner Bereiche der Nasenscheidewand Ihre Beschwerden dennoch spürbar lindern. Operative Behandlungsoptionen gibt es also fast immer.
Werden Nasenseptumrekonstruktionen häufig durchgeführt?
Die Rekonstruktion einer Nasenscheidewand bei einem Septumdefekt (Loch in der Nasenscheidewand, Septumperforation) stellt einen der schwierigsten nasenchirurgischen Eingriffe dar. Wahrscheinlich aus diesem Grund - und auch wegen der Tatsache, dass Nasenseptumperforationen nur sehr selten auftreten - werden operative Nasenseptumrekonstruktionen nur selten durchgeführt. Es gibt nur sehr wenige nasenchirurgische Zentren in Europa, die sich auf diesen Eingriff spezialisiert haben und solche Rekonstruktionen der Nasenscheidewand in nennenswerter Anzahl durchführen.
Was passiert, wenn ich die Perforation gar nicht behandeln lasse?
Bestehende Beschwerden wie Borkenbildung, Blutungen, ein Pfeifgeräusch beim Einatmen und eine behinderte Nasenatmung bleiben oder nehmen zu. Vor allem Defekte ohne erkennbare Ursache neigen zur langsamen Vergrößerung. Auch kokainbedingte Defekte werden bei fortgesetztem Konsum größer. Mit der Größe des Defektes nehmen die Beschwerden zu, ebenso das Risiko einer sichtbaren Veränderung der äußeren Nasenform (Sattelbildung). Irgendwann kann das Loch so groß werden, dass selbst ein sehr erfahrener Operateur keine Komplettrekonstruktion mehr durchführen kann.
Siehe auch Stange, T. (2023): Beobachtungen zum Spontanverlauf von Nasenseptumdefekten. Poster auf der 94. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie in Leipzig. (download Poster)
Muss vor einer Operation eine Gewebeprobe entnommen werden?
In der Regel ist eine solche Probeentnahme vor einer Operation nicht erforderlich. Nötig ist sie nur, wenn der Schleimhautbefund den Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung oder – als absolute Rarität – auf einen bösartigen Tumor nahelegt. In meiner Sprechstunde war das in 20 Jahren bei über 2.000 Patienten nur zweimal erforderlich. Während der Verschluss-Operation entnehme ich allerdings routinemäßig eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung.
Siehe auch: Stange, T. (2015): Klinische Wertigkeit der Biopsie von Nasenseptumdefekten. Poster auf der 86. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. (download Poster)
Welche Risiken birgt die operative Rekonstruktion konkret?
Wie bei jeder Operation bestehen allgemeine Risiken wie Nachblutung oder Infektionen. Speziell bei der Septumrekonstruktion sind ein erneutes Aufreißen (Re-Perforation) an der Nahtstelle und vorübergehende Gefühlsstörungen im Naseninneren möglich. Dieses Risiko steigt mit der Größe des ursprünglichen Defekts und der Vernarbung durch Voroperationen. Das größte Risiko ist eine Nachblutung. Das ohnehin schon höhere Blutungsrisiko einer „normalen“ Nasenoperation ist bei einer Septumrekonstruktion wegen der mikrochirurgischen Präparation der gut durchbluteten Schleimhaut und der nötigen Schleimhautschnitte höher. Deshalb operiere ich Sie grundsätzlich stationär im Krankenhaus.
Wovon ist der Operationserfolg bei einer Nasenseptumrekonstruktion abhängig?
Die Prognose einer kompletten Wiederherstellung hängt von der relativen Größe des Septumdefektes (Septumperforation), vom Zustand der Schleimhaut und von den noch vorhandenen Knorpel- und Knochenstrukturen ab. Ist die Nasenscheidewand durch eine Septumplastik oder Septorhinoplastik voroperiert, ist die Operation deutlich schwieriger und die Prognose etwas schlechter. Am schwierigsten ist die Wiederherstellung nach einem bereits erfolgten Rekonstruktionsversuch – besonders, wenn dieser nicht mit einer dreischichtigen Technik erfolgte.
In erster Linie hängt der Operationserfolg jedoch von der persönlichen Erfahrung des Nasenchirurgen ab. Eine hinreichende Qualifikation ist bei einer solch schwierigen Operation erst nach vielen Jahren bzw. Jahrzehnten der Spezialisierung an einem rhinochirurgischen Zentrum zu erwarten. Sie oder er sollte mindestens 100 Rekonstruktionen selbstständig durchgeführt und seine Patienten nachkontrolliert haben. Weltweit erfüllen nur sehr wenige Nasenoperateure diese Kriterien.
Wann ist nach einer vorangegangenen Operation an der Nase der richtige Zeitpunkt für eine erneute Operation?
Frühestens ein Jahr nach einer Voroperation an der Nase kann erneut operiert werden. Erst zu diesem Zeitpunkt hat sich in der Nase eine stabile Narbenbildung eingestellt. Das ist eine Voraussetzung, um die komplexe Mobilisierung der Nasenschleimhaut durchführen zu können, stabile Schleimhautlappen präparieren und verschieben zu können und letztendlich diese Schleimhautlappen im Defektbereich vernähen zu können. In der Zeit davor vergrößert sich ein bestehendes Loch in der Nasenscheidewand häufig noch weiter. Deshalb kann man erst nach Ablauf dieses Jahres verlässlich einschätzen, ob und mit welcher Erfolgsaussicht eine Operation durchgeführt werden kann. Operiert man zeitiger, dann reißt die Schleimhaut viel schneller ein, Nähte können nicht optimal durchgeführt werden und der Operationserfolg ist hochgradig gefährdet.
Gibt es Situationen, in denen Sie von einer Operation eher abraten?
Ja. Bei fortgesetztem Kokainkonsum operiere ich nicht, da die Erfolgsaussichten dann sehr gering sind – erst nach einer Abstinenzphase von mehreren Monaten ist eine Rekonstruktion operationstechnisch möglich und langfristig sinnvoll. Bei aktiven, noch nicht ausreichend behandelten Autoimmunerkrankungen der Nasenschleimhaut rate ich zunächst zu einer internistischen bzw. rheumatologischen Mitbehandlung, bevor ich über eine Operation entscheide. Und bei Patientinnen und Patienten, die bereits mehrfach erfolglos voroperiert wurden, prüfe ich besonders sorgfältig, ob nach den vorangegangenen Eingriffen noch ausreichend Schleimhaut und Restgewebe für eine erneute Rekonstruktion vorhanden ist. Bestehen nur geringe Erfolgsaussichten für eine Beschwerdeverbesserung, wird das mit Ihnen besprochen. Weiterhin gibt es schwere Allgemeinerkrankungen, die mit einem hohen perioperativen Risiko – insbesondere für die Narkose – verbunden sind. Dazu zählen schwere Herzerkrankungen und bestimmte Blutgerinnungsstörungen. Auch nach durchlebten Herz- und Hirninfarkten sowie bestimmten Herz- und Gefäßoperationen bestehen häufig hohe Narkoserisiken. Wenn mir diese Risiken zu hoch für Sie erscheinen, rate ich von einer Operation ab, da eine Septumrekonstruktion nicht lebensnotwendig ist.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Verschluss dauerhaft hält?
Für die Prognose eines dauerhaften Komplettverschlusses hat sich eine Einteilung nach der relativen Defektgröße bewährt, die ich 2011 erstmals vorgestellt habe. Entscheidend ist nicht die Größe in Zentimetern, sondern das Verhältnis der Lochhöhe zur Gesamthöhe der Nasenscheidewand. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei kleinen Perforationen bei 95 %, bei mittelgroßen bei 94 %, bei großen bei 68 % und bei sehr großen bei ca. 20 %. Bei einem sehr erfahrenen Operateur liegt die Komplettverschlussquote über alle Defektgrößen im Schnitt bei etwa 90 %.
Siehe auch Stange, T. (2025): Einteilung von Nasenseptumdefekten. Vortrag auf der 96. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. (download Abstract)
Was ist ein Septumbutton (Obturator), und wann ist er sinnvoll?
Ein Septumbutton ist eine Silikon-Prothese, die die Perforation von innen abdeckt, ohne sie operativ zu verschließen. Einige HNO-Ärzte und -kliniken setzen ihn ein, wenn eine Operation nicht gewünscht oder dort als nicht möglich eingeschätzt wird. Allerdings wirkt er als Fremdkörper und führt zu Krusten, Schmerzen und sehr oft zu einer Vergrößerung des Defektes. Die natürliche Funktion der Nase kann er nicht wiederherstellen, denn die fehlende Schleimhaut – welche für die Befeuchtung und Erwärmung der eingeatmeten Luft verantwortlich ist – wird dadurch nicht ersetzt. Regelmäßig kommen Patienten mit einem Button in meine Sprechstunde. Allein die sofortige Entfernung dieses Plastikfremdkörpers bringt fast immer schon eine Besserung, und meist lässt sich anschließend ein Termin zur operativen Rekonstruktion vereinbaren. Bislang konnte ich bei allen diesen Patienten den Defekt verschließen – auch wenn die zuvor behandelnden Ärzte das für unmöglich hielten. Aus meiner Sicht sind Septumbuttons daher nicht mehr zeitgemäß.
Siehe auch: Stange, T. (2024): Sind Buttons bei der Behandlung von Nasenseptumdefekten noch zeitgemäß? JATROS Pneumologie & HNO 4/2024. (download)
(zuletzt aktualisiert am 12.08.2026)
Auswirkungen auf die äußere Nasenform
Kann durch die Perforation die äußere Form meiner Nase beeinträchtigt werden?
Ja, insbesondere große Defekte im vorderen und mittleren Septumbereich können zu einem Einsinken des Nasenrückens mit Ausbildung einer Sattelnase führen. Auch die Nasenspitze kann absinken, da die stützenden Knorpelstrukturen nicht mehr vollständig vorhanden sind. In solchen Fällen muss in der Regel zuerst das Stützgerüst wiederaufgebaut, also die Nasenscheidewand rekonstruiert werden. In einer zweiten Operation kann dann – sehr häufig mit Rippenknorpel – die Nasenform wiederhergestellt werden. Bei kleinen Löchern und geringer Sattelbildung lässt sich die Septumrekonstruktion manchmal gleichzeitig mit einer formkorrigierenden Septorhinoplastik durchführen.
Ich möchte gleichzeitig auch meine Nasenform korrigieren lassen – geht das in einer Operation?
Das hängt vom Einzelfall ab. Als Faustregel gilt: Kleine, nicht voroperierte Septumperforationen lassen sich mit kleineren Veränderungen an der äußeren Nase – etwa einer Nasenspitzenplastik oder der Entfernung eines kleineren Höckers – gemeinsam operieren. Größere und voroperierte Septumdefekte lassen sich dagegen meist nicht gleichzeitig mit einer Korrektur der äußeren Nase operieren – besonders, wenn größere Formveränderungen gewünscht sind.
Siehe auch: Stange, T. (2014): Nasenseptumdefektverschluss und Rhinoplastik: ein- oder zweizeitiges Vorgehen? Vortrag auf der 85. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. (download Abstract)
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Nasenseptumdefekte durch Kokainkonsum
Ich habe ein Loch in der Nasenscheidewand, und jeder HNO-Arzt fragt mich, wann ich zuletzt Kokain konsumiert hätte – dabei rauche ich noch nicht einmal! Ist das nicht unfair?
Diese Aussage höre ich täglich in meiner Sprechstunde, und ich verstehe das Unbehagen dahinter gut. Der pauschale Vorwurf ist so nicht berechtigt: Kokainbedingte Defekte nehmen zwar zu, doch die mit Abstand häufigste Ursache sind Voroperationen an der Nasenscheidewand (auch Septorhinoplastiken mit Korrektur der äußeren Nase). Am zweithäufigsten sehe ich Perforationen spontanen Ursprungs ohne erkennbare Ursache. Gerade dann ist die Frage nach aktuellem oder früherem Drogenkonsum medizinisch berechtigt – sie dient auch dazu, andere Ursachen wie Autoimmunerkrankungen auszuschließen.
Kann ein HNO-Arzt überhaupt erkennen, ob meine Septumperforation durch Kokain verursacht wurde?
Jein. In der HNO-Praxis und in den meisten HNO-Kliniken sind Nasenseptumdefekte sehr selten, sodass die einzelne HNO-Ärztin oder der einzelne HNO-Arzt meist wenig Erfahrung damit hat. Daraus entsteht eine verständliche Unsicherheit – oft folgen Probeentnahmen aus der Schleimhaut oder die Frage nach Kokainkonsum. In meiner Sprechstunde stellen sich jährlich etwa 250 Patienten mit Löchern in der Nasenscheidewand vor. Bei genauer mikroskopischer und endoskopischer Untersuchung gibt es zwar Hinweise auf einen Kokainkonsum – diese Schleimhautveränderungen sind jedoch kaum von denen schwerer Autoimmunerkrankungen zu unterscheiden.
Ich konsumiere nur gelegentlich Kokain – kann dadurch schon ein Loch in der Nasenscheidewand entstehen?
Ja, leider. Die Empfindlichkeit der Nasenschleimhaut ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Bei manchen Menschen reicht daher bereits ein einmaliger Kokaingebrauch, um eine chronische Nasenschleimhautentzündung mit Knorpeluntergang auszulösen.
Ich habe vor einigen Jahren Kokain konsumiert – ist meine Septumperforation darauf zurückzuführen?
Sehr wahrscheinlich. Die Entstehung eines Loches in der Nasenscheidewand geht meist mit Krustenbildung und Nasenbluten einher. Traten diese Beschwerden damals auf, ist der Zusammenhang in aller Regel klar.
Mein Loch in der Nasenscheidewand ist auf Kokainkonsum zurückzuführen – was kann ich jetzt tun?
Ein solcher Befund kommt leider recht häufig vor. Wenn Sie noch Kokain konsumieren, haben Sie wahrscheinlich Schmerzen, eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit, oft festsitzende Krusten und eine erschwerte Atmung. Ursache ist eine erhebliche Entzündung der Schleimhaut mit Durchblutungsstörung und teilweisem Absterben des Knorpels – so entsteht das Loch. Der wichtigste Schritt: den nasalen Kokainkonsum vollständig und dauerhaft beenden; auch Nikotin sollte weitgehend unterbleiben. Das ist sicher leichter gesagt als getan, aber nur so hat Ihre Nasenschleimhaut die Chance, sich zu erholen. Zusätzlich sollten Sie die Nase ständig mit Salbe pflegen und bei starken Beschwerden nachts die Nasenlöcher mit einem Pflaster abkleben. Die Abheilung benötigt viel Zeit – aber Ihre Geduld zahlt sich aus: Nach 6 bis 12 Monaten kann ich meist entscheiden, ob eine Operation Ihrer Nase noch möglich ist.
Muss ich meiner HNO-Ärztin oder meinem HNO-Arzt sagen, dass ich Kokain konsumiere oder konsumiert habe?
Ja, bitte. Ihre HNO-Ärztin bzw. Ihr HNO-Arzt ist Vertrauensperson und gegenüber Dritten zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ein offener Hinweis auf Kokainkonsum erspart Ihnen häufig umfangreiche Diagnostik beim Hausarzt, Internisten und/oder Rheumatologen sowie mögliche Probeentnahmen.
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Nasenseptumdefekte bei Kindern
Wodurch entstehen Nasenseptumdefekte bei Kindern, und wie häufig sind sie?
Treten Nasenseptumdefekte schon bei Erwachsenen selten auf, stellen diese bei Kindern absolute Raritäten dar. Demzufolge gibt es darüber nur sehr wenige Beschreibungen in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur. Die mit Abstand häufigste erkennbare Ursache sind Fremdkörper in der Nase, insbesondere in die Nase eingeführte Batterien (Knopfzellen), die durch chemische Reaktionen sehr rasch zu einer Gewebeschädigung führen können. In den meisten anderen Fällen lässt sich bei Kindern keine eindeutige Ursache feststellen.
Kann eine Septumperforation vererbt werden?
Nein, eine Septumperforation wird nicht vererbt.
Wann ist bei einem Kind der richtige Zeitpunkt für eine Operation?
Nach Möglichkeit operiere ich erst, wenn das Größenwachstum der Nase abgeschlossen ist. Dafür gibt es mehrere Gründe: In der ausgewachsenen Nase steht mehr Platz für die Operation zur Verfügung, es ist mehr Schleimhaut zur Deckung des Defekts vorhanden, die Ohrmuschel für die Entnahme des Knorpeltransplantats ist größer, und ein älteres Kind kann die notwendige Nachbehandlung besser verstehen und mittragen. Liegen jedoch erhebliche Beschwerden vor – etwa anhaltendes, häufiges Nasenbluten – und bringt eine intensive konservative Behandlung mit Nasensalbe keine ausreichende Besserung, muss man bei einem jüngeren Kind früher operieren.
Unterscheiden sich Behandlung, Heilung und Prognose bei Kindern von denen bei Erwachsenen?
Sowohl die Operationstechnik als auch die Heilung und die Erfolgsaussichten unterscheiden sich bei Kindern nicht von denen bei erwachsenen Patienten. Allerdings sind Operationen einer Nasenscheidewand bei Kindern noch sehr viel schwieriger als bei einer ausgewachsenen Nase. Die anatomischen Strukturen sind sehr viel kleiner und das ohnehin schon geringe Platzangebot in der Nase stellt sich bei einer kindlichen Nase noch sehr viel geringer dar.
Siehe auch: Stange, T. (2012): Nasenseptumdefekte bei Kindern. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. (download Poster)
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Wenn eine frühere Operation nicht erfolgreich war
Meine vorherige Operation bei einem anderen Nasenchirurgen bzw. in einer anderen Klinik ist fehlgeschlagen – kann mir trotzdem noch geholfen werden?
Ja, auch nach erfolglosen Voroperationen gelingt in den meisten Fällen eine komplette Nasenscheidewandrekonstruktion. In anderen Fällen kann durch Verlagerung des Defektes, Defektverkleinerung oder Rekonstruktion des entzündlich verbreiterten hinteren Defektrandes eine deutliche Beschwerdebesserung erzielt werden. Wegen Narbengewebe und Gewebeverlust sind solche Nachoperationen meist extrem anspruchsvoll – gerade auf diese Revisionsfälle habe ich mich spezialisiert. Um operationstechnischen Möglichkeiten zu erörtern, ist eine Untersuchung Ihrer Nase, 3-D-Röntgenuntersuchung (DVT) sowie eine individuelle Begutachtung Ihrer Vorbefunde nötig.
Siehe auch: Stange, T. (2018): Rekonstruktion postoperativer Nasenseptumdefekte. Vortrag auf der 89. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie in Lübeck. (download Abstract) und Stange, T. (2016): Nachoperationen nach Nasenseptumdefektverschluss. Vortrag auf der 87. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie in Düsseldorf. (download Abstract)
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Warum Erfahrung den Unterschied macht
Welche Operationsmethode ist die beste?
Die Technik mit den höchsten Chancen auf eine langfristige Komplettrekonstruktion ist die dreischichtige Rekonstruktion. Dabei stelle ich die Schleimhaut auf beiden Seiten mit Schleimhautlappen (z. B. Brücken- oder Verschiebelappen) wieder her; den fehlenden Knorpel bzw. Knochen ersetze ich immer durch ein stabiles körpereigenes Transplantat, in der Regel Ohrknorpel. Diese Technik hat viele Vorteile: Die Erfolgsraten liegen bei mir über alle Defektgrößen hinweg bei ca. 90 %. Die seltenen Restlöcher sind fast immer kleiner als der Ursprungsdefekt und lassen sich – falls überhaupt nötig – mit derselben Technik sehr gut verschließen. Ich habe diese Methode bislang in mehr als 1.500 Operationen angewendet – nach meiner Kenntnis die weltweit höchste Zahl eines einzelnen Operateurs bei diesem Eingriff.
Welche Nachteile haben andere Operationstechniken?
Der Nachteil der meisten anderen Verfahren: Sie wurden nur an wenigen Patienten angewendet, und es gibt kaum Langzeitbeobachtungen der Ergebnisse. Da sie meist keinen dreischichtigen, physiologischen Wiederaufbau der Nasenscheidewand anstreben, sind sie unsicher: Häufig sind zwei oder mehr Operationen nötig, und Nachoperationen nach missglückten Rekonstruktionen werden deutlich schwieriger.
Stimmt es, dass nur Löcher von etwa 1×1 cm verschlossen werden können?
Das kann ich aus meiner Erfahrung mit über 1.500 eigenen Operationen nicht bestätigen. Bei ausgewachsener Nase ist ein Defekt von etwa 1 cm Durchmesser meist eine klein- bis mittelgroße Perforation. Solche Defekte verschließe ich mit einer dreischichtigen Operationstechnik mit einer langfristigen Komplettverschlussquote von 90 bis 95 % – deutlich größere ebenfalls, wenn auch mit etwas geringeren Aussichten.
Warum raten viele HNO-Ärzte von einer Operation ab?
Leider hält sich bis heute die Auffassung, Nasenseptumdefekte solle man besser nicht operieren, weil die Erfolgsquoten niedrig seien und die Perforation nach einer missglückten Operation oft größer werde. So steht es auch in den meisten Lehrbüchern. Der Grund ist wahrscheinlich, dass es sich um seltene und sehr schwierige Eingriffe handelt. Operateure brauchen eine lange Lernkurve, um wiederholt gute Rekonstruktionsergebnisse zu erzielen. Unter dem heutigen Kostendruck fehlt in Ausbildungskliniken oft die Zeit, diese Technik unter Aufsicht zu erlernen, und eine konsequente Nachsorge über viele Jahre findet zu selten statt. Ein Ausweg ist aus meiner Sicht die konsequente Spezialisierung auf Nasenseptumrekonstruktionen.
Warum werde ich von einer Universitäts-HNO-Klinik zu einer Operation zu Ihnen überwiesen?
Wenn einer Klinik die Expertise für eine sehr spezielle Behandlung nicht vorhanden ist oder diese Operation anderswo viel häufiger und routinierter durchgeführt wird, ist eine Überweisung an diese Spezialisten für Patienten sicher das Beste.
Warum führen nicht alle HNO-Kliniken Operationen bei Löchern in der Nasenscheidewand durch?
Operationen bei Septumperforationen sind insgesamt selten, sodass Nasenchirurginnen und Nasenchirurgen kaum Gelegenheit haben, sie zu erlernen und regelmäßig anzuwenden. Denn nur so lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen. Daher führen nur sehr wenige HNO-Kliniken und Nasenchirurgen in Deutschland – wie auch in Europa und weltweit – Nasenseptumrekonstruktionen regelmäßig durch. In Deutschland kommt hinzu, dass der Verschluss einer Septumperforation bei gesetzlich versicherten Patienten aufgrund der Operationsdauer kaum kostendeckend ist.
Warum ist die Rekonstruktion der Nasenscheidewand bei einem Loch so schwierig?
Eine Septumperforation ist ein regelrechter Organdefekt: Zwei Schleimhautschichten und der dazwischenliegende Knorpel bzw. Knochen der Nasenscheidewand fehlen vollständig. Dadurch verwirbelt die eingeatmete Luft, die Nasenschleimhaut trocknet aus und entzündet sich. Für eine langfristig gute Rekonstruktion müssen beide Schleimhautschichten und der dazwischenliegende Knorpel wiederhergestellt werden. Schwierig ist die lokale Situation: Die Nasenschleimhaut ist oft entzündet, dünn und vernarbt und reißt bei der Operation leicht ein. Da in der Tiefe der Nase operiert wird, steht über die Nasenlöcher nur wenig Platz zum Präparieren zur Verfügung. Außerdem blutet es deutlich mehr als bei einer „normalen“ Operation an der Nasenscheidewand, was den Eingriff erschwert und ungeübten Nasenchirurgen sogar unmöglich erscheinen kann. Da solche Operationen selten sind, erlangen nur wenige Operateure die notwendige Routine. Aber nur dadurch lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen.
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Die Operation im Detail
Wie erfolgt der operative Zugang zur Nasenscheidewand?
Anders als bei vielen anderen Operationstechniken benötige ich für die Rekonstruktion grundsätzlich keinerlei äußere Schnitte an der Nase. Der gesamte Zugang erfolgt ausschließlich gewebeschonend und damit minimal traumarisierend über die beiden Nasenlöcher. Es handelt sich dabei um eine minimal-invasive Operation. Weder an der äußeren Nasenhaut noch am Nasensteg entsteht eine sichtbare Narbe, und auch die äußere Weichteilhülle der Nase muss nicht abgelöst werden, wie es bei manchen offenen Operationstechniken der Fall ist.
Wie wird operiert, damit die Nasenschleimhaut möglichst geschont wird?
Ich operiere immer unter hoher Vergrößerung und optimalen Lichtverhältnissen mit einem modernen 3-D-Operationsmikroskop. Erst diese Kombination aus starker Vergrößerung und exakter Ausleuchtung ermöglicht die schonende mikrochirurgische Präparation mit sehr feinen Instrumenten, mit denen ich die empfindliche, oft bereits vorgeschädigte Nasenschleimhaut millimetergenau mobilisieren und verschieben kann. Diese mikrochirurgische Arbeitsweise ist eine Grundbedingung dafür, äußerst schleimhautschonend und damit minimal traumatisierend zu operieren – und damit auch Voraussetzung für die hohen Erfolgsraten der dreischichtigen Rekonstruktionstechnik.
Woher stammt das Gewebe, das für den Verschluss verwendet wird?
Das Loch wird immer durch körpereigenes Gewebe rekonstruiert. Die beiden Schleimhautblätter stelle ich durch mikrochirurgische Schleimhautverschiebungen (Schleimhautlappen) wieder her. Fehlenden Knorpel oder Knochen ersetze ich durch Knorpel aus Ihrer Ohrmuschel. Keine Sorge – deren Form ändert sich dabei nicht! Rippenknorpel verwende ich nur ausnahmsweise, da er – anders als Ohrknorpel – deutlich infektionsanfälliger ist. Fremdmaterial und Faszie setze ich grundsätzlich nicht ein: Fremdmaterial ist sehr infektanfällig, Faszie bietet langfristig zu wenig Stabilität. Für eine nachhaltige Rekonstruktion sind sie ungeeignet.
In welcher Narkoseform wird operiert?
Septumrekonstruktionen führe ich aufgrund der Dauer des Eingriffs immer in Vollnarkose durch.
Wie lange dauert eine Nasenseptumrekonstruktion?
Bei nicht voroperierten Patienten mit klein- bis mittelgroßen Perforationen dauert die Rekonstruktion bei mir etwa 45 Minuten. Bei großen Defekten und voroperierten Patienten benötige ich etwa eine Stunde. Wurde andernorts bereits ein Verschluss versucht, kann die Operation bis zu 1,5 Stunden dauern.
Warum sind nach der Operation Tamponaden erforderlich?
Bei einer Septumrekonstruktion muss die gesamte Schleimhaut an Nasenscheidewand und Nasenboden mobilisiert und verschoben werden (Schleimhautlappen). Die Tamponaden sorgen dafür, dass sie sich nach der Operation wieder gut anlegt und sich keine Blutansammlungen darunter (Septumhämatome) bilden. Ich verwende dafür sehr schlanke Gummifingerlinge, die mit der Schleimhaut nicht verwachsen oder verkleben können. Schmerzen verursachen sie nicht; allerdings müssen Sie in dieser Zeit durch den Mund atmen.
Wie lange bleiben die Tamponaden in der Nase?
In der Regel verbleiben die Tamponaden für 2 Nächte nach der Operation in der Nase. In dieser Zeit beginnen die Schleimhautlappen an Nasenscheidewand und Nasenboden anzuheilen. Dass immer wieder blutiges Wundsekret aus der Nase austritt, ist völlig normal. Meist lässt die Blutungsneigung nach 2 Tagen deutlich nach.
Werden die Tamponaden gewechselt?
Nein. Die Tamponaden lege ich am Ende der Operation unter mikroskopischer Sicht ein. Sie sind so schmal, dass sie keinen Druck aufbauen und die mobilisierte Schleimhaut nur locker an Nasenscheidewand und Nasenboden anlegen.
Ist die Entfernung der Tamponaden schmerzhaft?
Nein. Die Entfernung ist zwar etwas unangenehm, aber nicht mit Schmerzen verbunden. Die schmalen Gummifingerlinge können mit der Schleimhaut nicht verkleben oder verwachsen. Unangenehm ist eher die leichte Druckänderung, die Sie beim Herausziehen spüren.
Blutet es nach der Tamponadenentfernung?
Nach dem Entfernen der Tamponade kann die Nase gelegentlich einige Minuten bluten – meist hört das nach 5 Minuten auf. Danach können Sie Ihre Nase selbstständig mit Wasser etwas säubern. Wichtig ist die sofortige Salbenbehandlung, damit die Schleimhaut feucht bleibt und gut abheilen kann.
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Genesung und Nachsorge
Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt, und wie lange bin ich krankgeschrieben?
Üblich ist ein stationärer Aufenthalt von 2 bis 3 Tagen, je nach Anfahrtsweg zu Ihrem Heimatort. Beruflich sollten Sie mit 2 Wochen Schonzeit rechnen, bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten mit bis zu 3 Wochen.
Was muss ich in den ersten Wochen nach der Operation beachten?
In den ersten 3 bis 4 Wochen nach einer Septumrekonstruktion sollten Sie Schnäuzen, Sport, Sauna, Schwimmen, körperliche Anstrengung und Sonnenbestrahlung vermeiden. Die Nasenpflege mit Salbe ist für die Heilung unbedingt erforderlich; auf Rauchen verzichten Sie mindestens 4 Wochen, da Nikotin die Wundheilung erheblich stört. Ihre individuellen Verhaltensregeln erhalten Sie direkt nach der Operation von mir.
Wie lange dauert die Heilung insgesamt, bis das Ergebnis endgültig ist?
Die Nasenschleimhaut benötigt einige Wochen zur Abheilung; der eingesetzte Knorpel ist etwa 3 Monate nach der Operation vollständig in Ihre Nasenscheidewand eingeheilt. Nach Entfernung der Tamponaden – üblicherweise am zweiten Tag, noch in der Klinik – können Sie häufig schon etwas durch die Nase atmen, wegen der Schwellung zunächst noch nicht sehr gut. In den folgenden Wochen – je nach Operationsumfang unterschiedlich – heilt die Schleimhaut weiter ab, vernarbt und schwillt ab. Dadurch verbessert sich die Nasenatmung in den ersten 3 bis 4 Wochen sehr rasch und in den Folgemonaten etwas langsamer. Nach 4 bis 5 Monaten ist die Nasenscheidewand weitestgehend, nach etwa einem Jahr komplett abgeheilt; bis dahin sind weitere Verbesserungen der Nasenatmung möglich.
Habe ich nach der Operation Schmerzen?
Nein, nach einer Septumoperation bei mir gehören richtige Schmerzen nicht zu den üblichen Beschwerden. Solange Sie Ihre Nase nicht berühren, empfinden Sie in der Regel keine Schmerzen. Besonders in den ersten Tagen ist die Nase aber erheblich berührungsempfindlich – ein unverhoffter Stoß tut durchaus weh. Die Empfindlichkeit Ihrer Nase nimmt fast täglich ab und ist nach etwa 3 Monaten kaum noch vorhanden.
Wie entwickeln sich meine Beschwerden nach der Operation im Detail?
Ihre Nasenatmung verbessert sich in den ersten 3 Monaten schrittweise. In manchen Fällen – insbesondere nach Voroperationen – sind bis zu einem Jahr nach der Operation weitere Verbesserungen möglich. Eine vorbestehende, durch das Loch bedingte Krustenbildung bessert sich schlagartig: Die Salbenbehandlung hält Ihre Nasenschleimhaut feucht, sodass sie gut abheilt und während der Abheilungsphase kaum Krusten entstehen. Auch vorbestehendes Nasenbluten hört etwa 4 Wochen nach Abheilung der Schleimhaut auf. Gelegentliches Tröpfeln aus der Nase in den ersten Wochen ist normale Wundsekretion. Durch die Schwellungen in der Nase ist das Riechen gelegentlich eingeschränkt – keine Sorge, nach spätestens 3 Monaten riechen Sie genauso gut wie vorher, in vielen Fällen sogar besser.
Kann der implantierte Ohrknorpel wieder aus der Nase abgestoßen werden?
Ein solcher Befund ist eine absolute Rarität. Bei richtiger Operationstechnik und gut durchbluteter Schleimhaut wächst der Ohrknorpel in 99 % der Fälle innerhalb von 6 Wochen zwischen den rekonstruierten Schleimhautblättern an. Wenn Sie rauchen, können Sie selbst etwas dafür tun: Nikotinverzicht mindestens 6 Wochen vor und 4 Wochen nach der Operation verringert das Risiko einer Wundheilungsstörung erheblich. Bei Rippenknorpel treten leider häufiger Wundheilungsstörungen mit Abstoßung des Knorpels auf. Deshalb verwende ich für Septumrekonstruktionen fast ausschließlich Ohrknorpel.
Werde ich persönlich von Ihnen untersucht und operiert?
Ja, selbstverständlich. Wenn Sie einen Termin in meiner OP-Sprechstunde vereinbart haben, untersuche ich Sie persönlich: die Untersuchung Ihrer Nase, die Sichtung etwaiger Vorbefunde, die Auswertung des 3-D-Röntgenbildes (DVT), die Besprechung der OP-Indikation und die Aufklärung führe ich selbst durch. Wenn ich der Operation zugestimmt habe, operiere ich Sie grundsätzlich persönlich.
Wo wird meine Operation durchgeführt?
Ich operiere in der HNO-Klinik der Schön Klinik Düsseldorf sowie in der HNO- bzw. Privatklinik des Helios Klinikums Krefeld. Welche es sein wird, legen wir in der OP-Sprechstunde gemeinsam fest.
Kann die Nachbehandlung bei meinem HNO-Arzt vor Ort erfolgen, oder muss ich dafür zu Ihnen kommen?
Die Nachbehandlung kann jede HNO-Ärztin oder jeder HNO-Arzt an Ihrem Heimatort übernehmen – besonders, wenn Sie nicht in der Nähe von Neuss wohnen. Den Entlassungsbrief erhalten Sie noch im Krankenhaus von mir. Ihre Nase muss gelegentlich abgesaugt werden. Die eingelegten Silikonschienen, die die Schleimhaut Ihrer Nasenscheidewand stabilisieren und schützen, sollten etwa 2 Wochen nach der Operation entfernt werden. Alle Fäden in der Nase, am Ohr und ggf. am Brustkorb (falls Rippenknorpel entnommen wurde) lösen sich selbst auf und müssen nicht entfernt werden. Spätestens ein Jahr nach der Operation möchte ich Sie noch einmal selbst nachuntersuchen.
(zuletzt aktualisiert am 22/08/2026)
Kosten, Termine und Vorbereitung
Wie läuft die Terminvereinbarung ab, und ist vorab eine Videosprechstunde möglich?
Die Terminvereinbarung erfolgt über meine Assistentin Frau Kirschbaum (bzw. in Vertretung Frau Bern), per E-Mail an info@nasenseptumdefekte.de oder telefonisch unter +49 176 9938 3643 (auch per WhatsApp). Hinterlassen Sie Ihr Anliegen auf dem Anrufbeantworter, ruft Frau Kirschbaum innerhalb der Praxiszeiten umgehend zurück. Wegen des seit Jahren zunehmenden Andrangs und weil ich alle Untersuchungen und Befundbesprechungen immer selbst durchführe, sind Termine leider oft erst einige Monate später möglich. Durch kurzfristige Absagen werden manchmal aber auch frühere Termine frei. Eine Videosprechstunde biete ich nicht an, da die Prognose nur nach persönlicher Untersuchung Ihrer Nase und Nasenschleimhaut abschließend einzuschätzen ist.
Welche Unterlagen sollte ich zur Vorstellung mitbringen?
Bitte bringen Sie zur Erstuntersuchung frühere HNO-Arztbriefe, Operationsberichte (insbesondere bei Voroperationen) und ggf. internistische Briefe mit. Außerdem sollten Ihre Medikamente und Allergien bekannt sein. Vorliegende CTs oder DVTs der Nase (auch ältere) bringen Sie bitte ebenfalls mit. Lassen Sie dafür aber bitte kein neues CT oder DVT anfertigen: Sehr oft sind die Schichten für eine abschließende Beurteilung für mich nicht ausreichend, sodass beim Termin ohnehin ein geeignetes DVT angefertigt werden muss.
Was ist für überweisende Kolleginnen und Kollegen bei der Zuweisung hilfreich?
Für eine zielgerichtete Erstvorstellung sind frühere Operationsberichte – auch von auswärtigen Voroperationen – besonders wertvoll, da sie mir Rückschlüsse auf die verwendete Technik und die noch vorhandenen Gewebestrukturen erlauben. Hilfreich sind außerdem Angaben zu Vorerkrankungen, insbesondere zu Autoimmunerkrankungen oder einem – auch zurückliegenden – Kokainkonsum, sowie bereits vorhandene CT- oder DVT-Aufnahmen. Eine ausführliche Diagnostik im Vorfeld ist nicht erforderlich, da ich die entscheidenden Untersuchungen – Mikroskopie, Endoskopie und ein spezielles DVT – ohnehin selbst durchführe. Nach der Vorstellung erhalten Sie von mir selbstverständlich eine ärztliche Rückmeldung zu Befund, Einschätzung und weiterem Vorgehen.
Was passiert während der ambulanten Vorstellung in der OP-Sprechstunde?
Die Erstuntersuchung findet im HNO-Zentrum in Neuss (Batteriestraße 1, 41460 Neuss) statt. Nach der Anmeldung füllen Sie bitte den OP-Vorbereitungsbogen mit Einverständnis zur Datenverarbeitung aus. Diesen können Sie auch schon hier downloaden, zu Hause ausfüllen und zur Sprechstunde mitbringen. Nach der Befragung zu Ihrer Vorgeschichte (Voroperationen, Vorerkrankungen) untersuche ich Ihre Nase mit Mikroskop und Endoskop. Diese Untersuchungen sind nicht unangenehm und nicht schmerzhaft. Zusätzlich fertige ich Fotos des Defektes an. Meist benötige ich zusätzlich eine 3-D-Röntgenuntersuchung Ihrer Nase und Nasennebenhöhlen (DVT), die wir gleich im selben Termin durchführen können. Liegen alle Informationen vor, kann ich einschätzen, ob eine Operation möglich bzw. überhaupt erforderlich ist, und die Erfolgsprognose angeben. Sind wir beide mit dem Eingriff einverstanden, können wir den Operationstermin gleich in der Sprechstunde vereinbaren – oder später, nach Bedenkzeit, per E-Mail oder telefonisch (Kontakt s. unten). Die Unterlagen dafür erhalten Sie noch in der Sprechstunde.
Wie verbindlich ist ein vereinbarter Operationstermin, und was gilt bei einer Absage?
Wenn ein Operationstermin mit Ihnen vereinbart ist, dann sehe ich diesen als verbindlich an. Die Klinik (Zeit zur Vorbesprechung beim Narkosearzt, OP-Zeit am OP-Tag, Krankenhausbett) und ich halten uns diesen Termin ausschließlich für Sie frei. Sollten sich Ihre Pläne ändern, sagen Sie den Termin bitte so früh wie möglich (per E-Mail an info@nasenseptumdefekte.de oder telefonisch unter +49 176 9938 3643) ab, bitte spätestens 4 Wochen vorher. Dann können wir diesen meist noch an eine andere Patientin oder einen anderen Patienten vergeben, die oder der oft monatelang auf einen Operationstermin bei mir warten muss.
Bei einer sehr kurzfristigen Absage, also weniger als 4 Wochen vor der Operation, oder wenn ein Termin ganz ausfällt, lässt sich der Platz organisatorisch leider nicht mehr neu besetzen – dann steht dieser Operationstermin auch keinem anderen Patienten mehr zur Verfügung, und ein wartender Patient verliert damit seine Chance auf einen einigermaßen zeitnahen Termin zur Operation bei mir. Ich bitte deshalb herzlich darum, mir eine kurzfristige Absage nur bei einem triftigen Grund mitzuteilen und entsprechend schriftlich nachzuweisen, etwa bei einer akuten Erkrankung. In allen anderen Fällen kann ich im Anschluss leider keinen erneuten Operationstermin bei mir anbieten; bei einem späteren Behandlungswunsch ist dann eine neue persönliche Vorstellung in meiner Sprechstunde nötig, oft auch mit einem neuen 3-D-Röntgenbild und einem neuen Kostenvoranschlag für die wahlärztliche Behandlung, da der ursprüngliche nur 6 Monate gültig ist.
Bitte bedenken Sie außerdem, dass sich ein Nasenseptumdefekt mit der Zeit vergrößern kann – eine Verzögerung der Operation über viele Monate ist daher auch medizinisch nicht ganz ohne Risiko. Ich freue mich über jeden verantwortungsvollen Umgang mit den knappen Operationsterminen und bedanke mich herzlich für Ihr Verständnis.
Was ist ein DVT der Nase und warum ist es erforderlich?
Das digitale Volumentomogramm ist ein hochmodernes Schnittbildverfahren mit nur einem Bruchteil der Strahlenbelastung eines Computertomogramms (CT); es wird sitzend angefertigt und dauert nur wenige Sekunden. Ich benötige es, um die relative Größe des Defektes und die knöchernen Reststrukturen in der Nase genau darzustellen – dafür sind Schichten erforderlich, die sehr viel dünner als 1 mm sind. Damit kann ich die Operationsindikation abschließend einschätzen; außerdem ist dieses spezielle DVT für die 3-D-Operationsplanung erforderlich.
Siehe auch: Stange, T. (2022): Subjektive Einschätzung der Größe von Nasenseptumdefekten im Vergleich zur objektiven Messung. Poster auf der 93. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie in Hannover. (download Poster)
Übernehmen die Krankenkassen in Deutschland die Kosten der Septumrekonstruktion bei Ihnen?
Da eine Septumrekonstruktion medizinisch erforderlich ist, übernehmen private Krankenkassen den Krankenhausaufenthalt und die chef- bzw. wahlärztlichen Kosten. Als Chefarzt der HNO-Klinik der Schön Klinik Düsseldorf und in der HNO-Klinik des Helios Klinikums Krefeld habe ich das Liquidationsrecht für die rekonstruktive Nasenchirurgie. Gleiches gilt für gesetzlich Versicherte mit einer privaten Zusatzversicherung für den Krankenhausaufenthalt, die chef- bzw. wahlärztliche Kosten einschließt.
Für rein gesetzlich krankenversicherte Patienten werden die Krankenhauskosten durch die GKV übernommen. Wünschen Sie gezielt eine Operation durch mich, fallen in der Regel Selbstzahlerkosten für meine Chefarzt- bzw. Wahlarztbehandlung an, welche die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht übernehmen. Die Details besprechen wir individuell in der OP-Sprechstunde.
Ich komme aus dem Ausland – wie läuft die Behandlung bei Ihnen ab?
Da meine Patienten aus ganz Europa anreisen, ist zur Vorbereitung eine ausführliche Erstuntersuchung in meiner OP-Sprechstunde im HNO-Zentrum Neuss erforderlich. Dabei beziehe ich vorhandene Unterlagen ein und führe eine mikroskopische und endoskopische Untersuchung mit Fotodokumentation sowie eine dünnschichtige 3-D-Röntgenuntersuchung (DVT) durch. Danach kann ich einschätzen, ob eine Rekonstruktion operationstechnisch möglich ist – anschließend können wir einen OP-Termin vereinbaren. Ausländische Patienten begleichen die Kosten der Erstuntersuchung im Anschluss; sie betragen einschließlich DVT etwa 400 EUR. Die Kosten des Krankenhausaufenthaltes und der ärztlichen Behandlung (Operation) sind von Ihnen grundsätzlich als Selbstzahler vor der Operation zu entrichten. Dazu erhalten Sie von mir und vom Krankenhaus einen detaillierten Kostenvoranschlag. Die Details werden vorher in der OP-Sprechstunde besprochen.
Was kann ich selbst tun, um Beschwerden bis zur Operation zu lindern?
Behandeln Sie Ihre Nase regelmäßig – mindestens einmal täglich – mit pflegenden Nasensalben. Schränken Sie den Nikotinkonsum möglichst ein und stellen Sie ihn spätestens 6 Wochen vor der Operation ganz ein – das verbessert die Wundheilung erheblich. Auf Kokain müssen Sie vollständig verzichten, damit eine Operation überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Nasenspülungen bitte nur, wenn erforderlich – maximal einmal täglich, besser nur alle 2 bis 3 Tage, da dabei auch gesunder Schleim ausgespült wird. Bei sehr starker Krustenbildung hat sich das nächtliche Zukleben der Nasenlöcher bewährt: Die salbenbehandelte Schleimhaut muss dann nachts nicht „arbeiten“ und kann sich erholen.
(zuletzt aktualisiert am 31/08/2026)
Dr. med. Thoralf Stange
Rekonstruktive Nasenchirurgie
HNO-Zentrum Neuss
Batteriestraße 1
41460 Neuss
Kontakt:
Simone Kirschbaum
Meine Assistentin Simone Kirschbaum übernimmt die Kommunikation mit allen Patienten — telefonisch, per WhatsApp oder per E-Mail.
Gelegentlich wird sie durch Sarah Bern vertreten.
- SCHÖN Klinik Düsseldorf
- HELIOS Klinikum Krefeld
Mit Blick auf den Rhein und auf die Skyline von Düsseldorf bin ich an der SCHÖN Klinik als Chefarzt in Teilzeit tätig.
Im HELIOS Klinikum in Krefeld arbeite ich nasenchirurgisch sowohl an der HNO-Klinik als auch als selbstständiger Belegarzt an der Privatklinik des Klinikums.