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Nasenseptum­defekt sicher ver­schließen

Septumperforationen operieren

Der erfolgreiche Verschluss eines Nasenseptumdefekts, d.h. eines Loches in der Nasenscheidewand oder auch Septumperforation genannt, zählt zu den komplexesten Eingriffen der modernen Nasenchirurgie. Die besonderen Herausforderungen liegen einerseits in der anspruchsvollen mikrochirurgischen Operationstechnik, andererseits in den ungünstigen Gewebeeigenschaften durch Vernarbungen und die schlechte Durchblutung in der Umgebung des Defekts. Weil Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumperforationen) sehr selten sind, kommt der einzelne HNO-Arzt nur gelegentlich damit in Berührung. Im Gegensatz dazu begann ich schon vor 25 Jahren als junger Oberarzt, Nasenseptumdefekte zu rekonstruieren - damals ausschließlich mit der sog. Brückenlappentechnik, die mein langjähriger Chef und Lehrer Prof. Dr. Schulz-Coulon ab 1989 in der internationalen Nasenchirurgie etablierte.

Gerade bei solchen spezialisierten Eingriffen ist langjährige Erfahrung entscheidend. Als international anerkannter Rhinochirurg mit mikrochirurgischem Schwerpunkt und mehr als 1.200 erfolgreich durchgeführten Septumrekonstruktionen biete ich Ihnen höchste chirurgische Präzision auf diesem anspruchsvollem Gebiet.

Die bewährteste Methode zur Wiederherstellung der Nasenfunktion sind dreischichtige Rekonstruktionstechniken (z.B. die  Brückenlappentechnik). Diese garantieren in den meisten Fällen den dauerhaften und funktionell erfolgreichen Verschluss der Nasenscheidewand. Dank dieser mikrochirurgischen Techniken lassen sich stabile und langfristig sehr gute Ergebnisse erzielen – für eine freie Atmung und mehr Lebensqualität.

Gerne begleite ich Sie auf Ihrem Weg - vom Beginn bis zur Beschwerdefreiheit.

Ursachen und Krankheitsbild

Löcher in der Nasenscheidewand

Die Ursachen für Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte oder Septumperforationen) sind vielfältig. Die meisten Septumperforationen sind leider auf vorangegangene Operationen an der Nasenscheidewand, z.B. Nasenseptumplastiken, Septorhinoplastiken (Nasenkorrekturen) oder Nasenscheidewandoperationen im Rahmen von Eingriffen an den Nasennebenhöhlen zurückzuführen. Seltener spielen Unfälle mit Beteiligung der Nase oder spezielle Autoimmunerkrankungen ursächlich eine Rolle. Aber auch der Gebrauch toxisch wirksamer Substanzen (z.B. Kokain) kann gelegentlich zu erheblichen Entzündungen der Nasenschleimhaut führen, die dann Perforationen der Nasenscheidewand hervorrufen. Bei einigen Septumdefekten lassen sich keinerlei Ursachen finden.

Unabhängig von den Ursachen äußert sich das Leiden der Patienten mit eindeutigen Symptomen: Probleme bei der Nasenatmung, Nasenbluten und ästhetische Veränderungen gehören zum Krankheitsbild.

Weitere Symptome:
  1. Pfeifende Geräusche beim Einatmen, verursacht durch turbulente Luftströme durch das Loch in der Nasenscheidewand
  2. Beeinträchtigte Nasenatmung oder wechselnde Verstopfungen durch Borkenbildung
  3. Trockenheit der Nasenschleimhaut, wodurch Verkrustungen und Blutungen begünstigt werden
  4. Blutungen aus der Nase
  5. Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich der Nase
  6. Absinken des Nasenrückens (Sattelbildung) und der Nasenspitze
  7. Psychische Beeinträchtigungen aufgrund der täglichen Konfrontation mit den Beschwerden, Angsstörungen und Gefühl der Hilflosigkeit
Heilung mit dreischichtigen Operationstechniken

Rekonstruktion des Nasenseptums

Bei einem Loch in der Nasen­scheide­wand handelt es sich um einen drei­schichtigen Organ­defekt. Nur durch eine Wieder­herstellung dieser drei Schichten (zwei Schleim­haut­schichten und der da­zwischen­liegende Septum­knorpel) gelingt eine sichere Re­konstruktion der Nasen­scheide­wand und damit die Wieder­herstellung der Physio­logie der Nasen­atmung. Mein lang­jähriger Chef und Lehrer Prof. Schultz-Coulon hat erstmals mit der Brücken­lappen­technik im Jahre 1989 eine drei­schichtige Operations­technik vorgestellt und als Routine­verfahren in der Nasen­chirurgie etabliert. Durch eigene Weiter­entwicklungen dieser Technik und Kombination mit anderen Schleim­haut­verschiebungen in der Nasen­höhle konnte ich seit 2001 über 1.200 drei­schichtige Nasen­septum­rekonstruktionen mit einer lang­fristigen Erfolgs­quote von ca. 90 % durchführen. Dabei handelt es sich um die welt­weit größte Studie über die Behandlung von Nasen­septum­defekten. Die individuelle Erfolgs­quote einer Komplett­rekonstruktion der Nasen­scheide­wand hängt dabei von der Defekt­größe, dem Schleim­haut­zustand und der Defekt­ursache ab.

Warum ich mich seit dem Jahre 2001 mit drei­schichtigen Operations­ver­fahren zur Re­konstruktion von Septum­perforationen be­schäftige, diese an­wende und welche Vor­teile diese Techniken meiner Er­fahrung nach bietet?

Alle größeren Studien belegen, dass es sich bei den drei­schichtigen Rekonstruktions­methoden um die bei weitem erfolg­reichsten Operations­techniken zum Septum­defekt­verschluss handelt. Dabei ist zusätz­lich von Vor­teil, dass nur eine Operation er­forderlich ist, der Zugangs­weg immer über das Nasen­innere er­folgen kann und damit keine sicht­baren Narben hinter­lässt. Und nicht zuletzt sind die sehr selten auf­tretenden Rezi­div­defekte praktisch immer deut­lich kleiner als vor der Operation und können – wenn über­haupt noch Be­schwerden be­stehen sollten – wieder mit der gleichen drei­schichtigen Operations­technik in gleich hoher Erfolgs­quote ver­schlossen werden.

 

Details und Vorgehensweise bei Dr. Stange

Die dreischichtige Rekonstruktion der Nasenscheidewand

Ambulante Erstvorstellung im HNO-Zentrum Neuss

Die Erstvorstellung erfolgt immer zunächst in meiner OP-Sprechstunde im HNO-Zentrum Neuss. Dort wird Ihre Nase mikroskopisch und endoskopisch untersucht sowie die Beschaffenheit der Nasenschleimhaut und der Zustand des knorpelig-knöchernen Stützgerüstes der Nase beurteilt. In den meisten Fällen muss dazu ebenfalls eine spezielle Röntgendarstellung der Nase mit hochauflösender 3-D-Rekonstruktion der Nasenscheidewand (Digitales Volumentomogramm: DVT) durchgeführt werden. Erst danach kann die relative Größe des Loches (Septumdefekt / Septumperforation) im Verhältnis zur Gesamtgröße der Nasenscheidewand bestimmt werden. Wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, läßt sich die Prognose eines Komplettverschlusses meist sehr genau einschätzen. Ob eine Nasenseptumrekonstruktion empfohlen wird bzw. überhaupt medizinisch erforderlich ist, wird individuell mit Ihnen besprochen. Danach kann ggf. ein Operationstermin vereinbart werden.

01. Krankenhaus und Anästhesie

Die Operation wird entweder in der HNO-Klinik der Schön Klinik in Düsseldorf-Heerdt oder im Helios Klinikum in Krefeld (HNO-Klinik oder Privatklinik) durchgeführt. Je nach Entfernung zum Heimatort ist für die Operation ein stationärer Kliniksaufenthalt von zwei bis drei Tagen erforderlich. Der Eingriff erfolgt immer unter Vollnarkose mit einem Zugang über das Naseninnere (endonasaler Zugang).

02. Mikrochirurgische Präparation

Alle Operationsschritte erfolgen bei mir unter Verwendung eines modernen Operationsmikroskops. Es ist nur ein Zugang über das Naseninnere (endonasal) erforderlich, es kommt daher nicht zu äußeren Narben. Nach dem Schleimhautschnitt im Naseneingang wird die gesamte verbliebene Schleimhaut vom restlichen Knorpel und Knochen der Nasenscheidewand mikrochirurgisch abpräpariert. Auch die gesamte Nasenschleimhaut des Nasenbodens und des Nasendaches wird mikrochirurgisch mobilisiert.

03. Schleimhautlappen

Durch Verschiebungen der präparierten Schleimhaut des Naseninneren - sog. Schleimhautlappen - wird die Schleimhaut der Nasenscheidewand rekonstruiert. Dazu können z.B. Brückenlappen (entsprechend der Brückenlappentechnik) verwendet werden. Auf jeder Seite sind meist zwei solcher Schleimhautlappen erforderlich. Die Wahl erfolgt aufgrund der Defektgröße, der Schleimhautbeschaffenheit sowie des Zustandes des restlichen Septumknorpels und -knochens für jede Nasenhöhlenseite getrennt. Die Schleimhaut wird über den Defekt verschoben und mikrochirurgisch mit feinen selbstauflösenden Nähten befestigt.

04. Knorpelrekonstruktion

Der fehlende Knorpel oder Knochen der Nasenscheidewand muss immer ersetzt werden, da es sonst zu einer erneuten Defektbildung kommen kann. Diese Rekonstruktion wird bei mir immer mit körpereigenem Knorpel durchgeführt. In den meisten Fällen wird dabei Knorpel aus der Ohrmuschel über einen Schnitt an der Ohrmuschelrückfläche entnommen. Die Ohrmuschelform bleibt dabei unverändert. Rippenknorpel ist nur in Ausnahmefällen erforderlich. Der transplantierte Knorpel wird dann in den Knorpeldefekt eingepasst und mit selbstauflösenden Nähten befestigt.

05. Wundverschluss und Fixierung

Mit mehreren selbstauflösenden sog. Matratzennähten wird die gesamten Nasenscheidewand (Schleimhautlappen und transplantierter Knorpel) stabilisiert und fixiert sowie der Schleimhautschnitt am Naseneingang verschlossen. Es werden dann dünne individuell zugeschnittene Silikonfolien auf jeder Seite der Nasenscheidewand angelegt und mit einem Faden fixiert. Anschließend erfolgt die Einlage einer schmalen Gummifingerlingstamponade in jede Nasenhöhle, um die Schleimhautlappen zu stabilisieren.

06. Nachbehandlung

Die Tamponaden werden am zweiten Tag nach der Operation noch im Krankenhaus entfernt. Da es sich um sehr dünne Gummifingerlinge handelt, ist das Herausziehen zwar etwas unangenehm, jedoch praktisch schmerzfrei. Die noch in der Nase vorhandenen Septumfolien werden ambulant nach etwa 2 Wochen entfernt. In den ersten Wochen ist eine mehrmals tägliche Salbenbehandlung sowie eine gelegentliche Nasenpflege in Ihrer HNO-Praxis erforderlich.

Damit Sie wieder
unbeschwert atmen können!

Meine Philosophie

Mit Spezialisierung und Erfahrung zur Heilung

Ziel jeder Behandlung ist für mich ein überzeugendes Ergebnis – und Patienten, die wieder frei durchatmen und sich wohlfühlen können. Aber der Weg dahin ist entscheidend. Er beginnt mit Vertrauen, Sorgfalt und Erfahrung. Von der ersten Beratung bis zur erfolgreichen operativen Behandlung sind Sie bei mir in besten Händen. Von Anfang an.

Leidenschaft

Die Nasenchirurgie ist meine Leidenschaft. Mein Anspruch: Für jede individuelle Ausgangssituation die bestmögliche Lösung zu finden. Damit Sie schon bald wieder unbeschwert Ihren persönlichen Leidenschaften nachgehen können.

Erfahrung

In mehr als 25 Jahren Erfahrung, Weiterbildungen und Lehre in der speziellen Nasenchirurgie bin ich etablierter Spezialist für sehr anspruchsvolle Eingriffe und Behandlungen.

Spezialisierung

Spezialisierung ist der Schlüssel zu herausragenden Ergebnissen. Als HNO-Facharzt konzentriere ich mich ausschließlich auf die Nasenchirurgie – insbesondere auf die Rekonstruktion der Nasenscheidewand. Dabei verbinde ich mikrochirurgische Präzision mit langjähriger operativer Erfahrung.

FAQ

Sie haben Fragen rund um die rekonstruktive Nasenchirurgie oder zum Behandlungsablauf?
Wir liefern Antworten.

Die folgenden Fragen und Antworten geben meine Einschätzung aus über 20 Jahren Spezialisierung auf die Rekonstruktion von Nasenseptumdefekten (Septumperforationen) wieder. Ich habe mehr als 1.500 dieser Eingriffe selbst durchgeführt – nach meiner Kenntnis die weltweit höchste Fallzahl eines einzelnen Operateurs. Meine 2011 vorgestellte Klassifikation nach der relativen Defektgröße hat sich zur Einschätzung der Erfolgsaussichten bewährt. Manche meiner Einschätzungen weichen von älteren Lehrbuchaussagen ab – sie beruhen auf diesen eigenen umfangreichen Erfahrungen.

Die Fragen sind thematisch gruppiert und folgen dem Weg von den Ursachen über die Behandlungsentscheidung und die Operation bis zu Genesung, Nachsorge und Kosten; danach folgen einzelne Sonderthemen. Sie können fortlaufend lesen oder direkt zu dem Abschnitt springen, der Sie betrifft.

Grundsätzliches zum Nasenseptum, Septumplastik, Septumrekonstruktion und Löchern in der Nasenscheidewand

Nasenseptumdefekt, Septumperforation, Loch in der Nasenscheidewand - was ist nun die richtige Bezeichnung?

Ein Loch in der Nasenscheidewand (Nasenseptum bzw. lat. septum nasi) wird medizinisch korrekt als Nasenseptumdefekt (engl. nasal septal defect) bezeichnet. Die Nasenscheidewand oder auch Nasenseptum (lat. septum nasi, engl. nasal septum) trennt die Nasenhaupthöhle in fast gleich große Hälften. Synonym - wenn auch nicht ganz medizinisch korrekt - wird auch der Begriff Septumperforation (engl. nasal septal perforation oder septum perforation) verwendet.

 

Wie ist eine Nasenscheidewand aufgebaut, wozu ist sie notwendig?

Die Nasenscheidewand teilt die Nasenhöhle in zwei Teile. Sie ist dreischichtig aufgebaut: Als innere Stützschicht findet man im vorderen Bereich Knorpel und hinten Knochen. Auf beiden Seiten ist dieser Knorpel bzw. Knochen von der Nasenschleimhaut überzogen. Eine intakte Nasenscheidewand sorgt für eine normale (laminare) Strömung der eingeatmeten Luft. Die Nasenschleimhaut ist aus vielen unterschiedlichen Zellen aufgebaut, die in der Summe für die Klimatisierungsfunktion der Nase, d.h. Anwärmen und Befeuchten, aber auch für das Gefühl der freien Nasenatmung verantwortlich sind.

Ein Loch in der Nasenscheidewand führt einerseits zu einer turbulenten Strömung der eingeatmeten Luft in der Nase, welches zum Austrocknen und zu vermehrten Entzündungen mit Borkenbildung führt. Weiterhin besteht nicht mehr das Gefühl der freien Nasenatmung. Da zweitens die Nasenschleimhaut nicht mehr vollständig vorhanden ist, führen die fehlenden Zellen zu einer verminderten Befeuchtung und Erwärmung der eingeatmeten Luft.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Septumplastik und einer Septumrekonstruktion?

Eine Septumplastik bezeichnet eine Begradigung der Nasenscheidewand (Nasenseptum). Mit dem Beginn der operativen Behandlungen an der Nasenscheidewand - ca. zu Beginn des 20. Jahrhunderts - wurde zunächst nur der verbogene Knorpel bzw. Knochen der Nasenscheidewand entfernt (resiziert). Ein solcher Eingriff wird als submuköse Septumresektion bezeichnet, da der (verbogene) Knorpel bzw. Knochen unter der Nasenschleimhaut (submukös) entfernt wurde. Diese Operationstechnik hat jedoch viele Nachteile, sodass diese seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr durchgeführt wird bzw. nicht mehr durchgeführt werden sollte. Bei den aktuell durchgeführten Operationen zur Begradigung der Nasenscheidewand handelt es sich um sog. plastische Septumkorrekturen: die verbogenen Anteile des Septumknorpels und -knochens werden nach Abpräparieren der Nasenschleimhaut zunächst entfernt, begradigt und wieder zwischen die Schleimhautblätter der Nasenschleidewand positioniert. Daher die Bezeichnung Septumplastik.

Wenn das Nasenseptum durchlöchert ist, d.h. es liegt ein Septumdefekt bzw. -perforation vor, dann muss das Nasenseptum wiederhergestellt (rekonstruiert) werden. Da bei einem Nasenseptumdefekt insgesamt drei Schichten des Nasenseptums nicht mehr vorhanden sind, müssen diese drei Schichten (zwei Schleimhautschichten und der dazwischenliegende Knorpel oder Knochen) auch wieder rekonstruiert werden. Daher die Bezeichnung Septumrekonstruktion.

 

Kommen Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte / Septumperforationen) häufig vor?

Löcher in der Nasenscheidewand (Nasenseptumdefekte bzw. Septumperforationen) werden nicht sehr häufig beobachtet. Der einzelne HNO-Arzt ist in seiner Praxis (und auch in der Klinik) nur sehr selten mit Patienten konfrontiert, welche von einem Loch in ihrer Nasenscheidewand betroffen sind. Wahrscheinlich ist das einer der Gründe, weswegen auch heute noch viele Unsicherheiten bei der Behandlung von Nasenseptumdefekten bestehen. In der wissenschaftlichen Literatur werden bei 1 - 2 % der Bevölkerung Nasenseptumdefekte beschrieben.

 

(zuletzt aktualisiert am 10.08.2026)

 

Ursachen und Erkennung von Nasenseptumdefekten (Septumperforationen)?

Wodurch kann ein Loch in der Nasenscheidewand (Septumperforation) entstehen?

Häufigste Ursache sind Komplikationen nach einer Operation an der Nasenscheidewand (Septumplastik) oder der gesamten Nase (Septorhinoplastik). Sie können schicksalshaft auftreten oder auf unzureichende operative Erfahrung zurückgehen. Verletzungsbedingte Defekte sind selten. Nach meiner Erfahrung bei über 2.000 behandelten Patienten sind wiederholtes „Nasenbohren“ sowie starker oder langjähriger Gebrauch abschwellender oder kortisonhaltiger Nasensprays – anders als oft angenommen – nicht sicher mit der Entwicklung eines Septumdefektes verbunden. Wahrscheinlicher ist der umgekehrte Weg: Verkrustungen eines spontan entstandenen Defekts führen zur Manipulation an der Nase. Kokainkonsum ist dagegen eine eindeutige Ursache für Entstehung und Vergrößerung einer Septumperforation. Schon einmaliger Gebrauch kann eine Entzündung der Nasenschleimhaut auslösen, die zu einem entzündlich bedingten Defekt führt. Auch Autoimmunerkrankungen (z. B. Granulomatose mit Polyangiitis = Morbus Wegener) können ein entzündlich bedingtes Loch in der Nasenscheidewand verursachen. In manchen Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen.

 

Woran erkenne ich, dass ich möglicherweise eine Septumperforation habe?

Typische Anzeichen sind ein Pfeif- oder Zischgeräusch beim Atmen (besonders beim Einatmen), Krustenbildung, wiederkehrendes Nasenbluten, ein Verstopfungsgefühl trotz freier Nasenatmung sowie gelegentlich unangenehmer Geruch. Liegt die Perforation weit vorn, können Sie diese oft selbst im Spiegel sehen – besonders, wenn Sie in ein Nasenloch hineinleuchten und durch das andere schauen. Die endgültige Diagnose stelle ich bei der mikroskopischen und endoskopischen Untersuchung Ihrer Nase

 

Ist ein Loch in der Nasenscheidewand gefährlich?

Eine Septumperforation ist nicht lebensbedrohlich. Krusten, ständiges Nasenbluten und Atembeschwerden können Ihre Lebensqualität aber erheblich einschränken. Auch Riechstörungen und ein Fremdkörpergefühl sind möglich. Die größte Gefahr ist eine weitere Vergrößerung des Defekts, die sich nicht genau vorhersehen lässt. Bei sehr großen Defekten kann sich zusätzlich die äußere Nasenform verändern, mit Einsinken des Nasenrückens (Sattelnase).

 

Kann sich eine Septumperforation von selbst wieder schließen?

Nein. Einmal entstandene Löcher in der Nasenscheidewand heilen niemals spontan zu und werden leider auch niemals kleiner. Ohne Behandlung bleibt der Defekt bestehen oder vergrößert sich in vielen Fällen mit der Zeit. Bei meinen Patienten vergrößerten sich spontan entstandene Defekte in ca. 60 % der Fälle, während postoperativ entstandene Perforationen in ca. 95 % größenstabil blieben. Kokainbedingte Defekte vergrößern sich bei fortgesetztem Konsum in 70 % der Fälle; gelingt es, den Konsum zu beenden, nur noch in 8 %. Leider führten auch Septumbuttons (Obturatoren) in 80 % der Fälle zu weiteren Vergrößerungen.

 

(zuletzt aktualisiert am 10.08.2026)

 

Muss ich operiert werden? - Die Behandlungsentscheidung

Muss jede Septumperforation operiert werden?

Nein, nicht jedes Loch in der Nasenscheidewand muss operiert werden. Das lässt sich allerdings nur individuell beurteilen – durch einen sehr erfahrenen, auf Septumrekonstruktionen spezialisierten Nasenoperateur – nach einer Untersuchung der Nase und Nasenschleimhaut und ggf. einer speziellen Röntgenuntersuchung. Dieser sollte nach meiner Einschätzung nach mindestens 100 solcher Eingriffe selbst durchgeführt haben. Bei der Einschätzung spielen dann die Ursache des Defektes, der Zustand der Schleimhaut, die Größe der Perforation im Verhältnis zur Nase, noch vorhandener Knorpel und Knochen sowie Ihre Beschwerden und Allgemeinerkrankungen eine Rolle.

Größenstabile Defekte – etwa nach Operationen entstandene Löcher ohne größere Beschwerden – müssen in der Regel nicht operiert werden. Spontan und ohne erkennbare Ursache entstandene Defekte sollten dagegen eher operiert werden, da sie sich meist langsam vergrößern. Unabhängig von der Ursache sollte Ihre Septumperforation operiert werden, wenn Sie unter belastenden Symptomen leiden – Krustenbildung, häufigem Nasenbluten oder behinderter Nasenatmung. Manchmal bringt schon eine konservative Behandlung mit intensiver Salbenpflege und dem Verzicht auf schleimhautreizende Stoffe (Kokain, Nikotin) eine deutliche Besserung. Auch psychische Belastungen durch eine Septumperforation – die gar nicht selten sind – sind für mich ein Grund zur Rekonstruktion des Nasenseptums.

 

Kann jedes Loch in der Nasenscheidewand operiert werden?

In den allermeisten Fällen ist eine operative Rekonstruktion der Nasenscheidewand möglich – bei der Indikation stehen für mich Ihre individuellen Beschwerden im Vordergrund. Bei den meisten Defekten gelingt eine Komplettrekonstruktion. Erscheint das operationstechnisch nicht möglich – etwa bei sehr großen Perforationen oder mehrfach voroperierten Patienten –, kann eine Teilrekonstruktion einzelner Bereiche der Nasenscheidewand Ihre Beschwerden dennoch spürbar lindern. Operative Behandlungsoptionen gibt es also fast immer.

 

Werden Nasenseptumrekonstruktionen häufig durchgeführt?

Die Rekonstruktion einer Nasenscheidewand bei einem Septumdefekt (Loch in der Nasenscheidewand, Septumperforation) stellt einen der schwierigsten nasenchirurgischen Eingriffe dar. Wahrscheinlich aus diesem Grund - und auch wegen der Tatsache, dass Nasenseptumperforationen nur sehr selten auftreten - werden operative Nasenseptumrekonstruktionen nur selten durchgeführt. Es gibt nur sehr wenige nasenchirurgische Zentren in Europa, die sich auf diesn Eingriff spezialisiert haben und solche Rekonstruktionen der Nasenscheidewand in nennenswerter Anzahl durchführen.

 

Was passiert, wenn ich die Perforation gar nicht behandeln lasse?

Bestehende Beschwerden wie Borkenbildung, Blutungen, ein Pfeifgeräusch beim Einatmen und eine behinderte Nasenatmung bleiben oder nehmen zu. Vor allem Defekte ohne erkennbare Ursache neigen zur langsamen Vergrößerung. Auch kokainbedingte Defekte werden bei fortgesetztem Konsum größer. Mit der Größe des Defektes nehmen die Beschwerden zu, ebenso das Risiko einer sichtbaren Veränderung der äußeren Nasenform (Sattelbildung). Irgendwann kann das Loch so groß werden, dass selbst ein sehr erfahrener Operateur keine Komplettrekonstruktion mehr durchführen kann.

 

Muss vor einer Operation eine Gewebeprobe entnommen werden?

In der Regel ist eine solche Probeentnahme vor einer Operation nicht erforderlich. Nötig ist sie nur, wenn der Schleimhautbefund den Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung oder – als absolute Rarität – auf einen bösartigen Tumor nahelegt. In meiner Sprechstunde war das in 20 Jahren bei über 2.000 Patienten nur zweimal erforderlich. Während der Verschluss-Operation entnehme ich allerdings routinemäßig eine Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung.

 

Welche Risiken birgt die operative Rekonstruktion konkret?

Wie bei jeder Operation bestehen allgemeine Risiken wie Nachblutung oder Infektionen. Speziell bei der Septumrekonstruktion sind ein erneutes Aufreißen (Re-Perforation) an der Nahtstelle und vorübergehende Gefühlsstörungen im Naseninneren möglich. Dieses Risiko steigt mit der Größe des ursprünglichen Defekts und der Vernarbung durch Voroperationen. Das größte Risiko ist eine Nachblutung. Das ohnehin schon höhere Blutungsrisiko einer „normalen“ Nasenoperation ist bei einer Septumrekonstruktion wegen der mikrochirurgischen Präparation der gut durchbluteten Schleimhaut und der nötigen Schleimhautschnitte höher. Deshalb operiere ich Sie grundsätzlich stationär im Krankenhaus.

 

Wovon ist der Operationserfolg bei einer Nasenseptumrekonstruktion abhängig?

Die Prognose einer kompletten Wiederherstellung hängt von der relativen Größe des Septumdefektes (Septumperforation), vom Zustand der Schleimhaut und von den noch vorhandenen Knorpel- und Knochenstrukturen ab. Ist die Nasenscheidewand durch eine Septumplastik oder Septorhinoplastik voroperiert, ist die Operation deutlich schwieriger und die Prognose etwas schlechter. Am schwierigsten ist die Wiederherstellung nach einem bereits erfolgten Rekonstruktionsversuch – besonders, wenn dieser nicht mit einer dreischichtigen Technik erfolgte.

In erster Linie hängt der Operationserfolg jedoch von der persönlichen Erfahrung des Nasenchirurgen ab. Eine hinreichende Qualifikation ist bei einer solch schwierigen Operation erst nach vielen Jahren bzw. Jahrzehnten der Spezialisierung an einem rhinochirurgischen Zentrum zu erwarten. Sie oder er sollte mindestens 100 Rekonstruktionen selbstständig durchgeführt und seine Patienten nachkontrolliert haben. Weltweit erfüllen nur sehr wenige Nasenoperateure diese Kriterien.

 

Gibt es Situationen, in denen Sie von einer Operation eher abraten?

Ja. Bei fortgesetztem Kokainkonsum operiere ich nicht, da die Erfolgsaussichten dann sehr gering sind – erst nach einer Abstinenzphase von mehreren Monaten ist eine Rekonstruktion operationstechnisch möglich und langfristig sinnvoll. Bei aktiven, noch nicht ausreichend behandelten Autoimmunerkrankungen der Nasenschleimhaut rate ich zunächst zu einer internistischen bzw. rheumatologischen Mitbehandlung, bevor ich über eine Operation entscheide. Und bei Patientinnen und Patienten, die bereits mehrfach erfolglos voroperiert wurden, prüfe ich besonders sorgfältig, ob nach den vorangegangenen Eingriffen noch ausreichend Schleimhaut und Restgewebe für eine erneute Rekonstruktion vorhanden ist. Bestehen nur geringe Erfolgsaussichten für eine Beschwerdeverbesserung, wird das mit Ihnen besprochen. Weiterhin gibt es schwere Allgemeinerkrankungen, die mit einem hohen perioperativen Risiko – insbesondere für die Narkose – verbunden sind. Dazu zählen schwere Herzerkrankungen und bestimmte Blutgerinnungsstörungen. Auch nach durchlebten Herz- und Hirninfarkten sowie bestimmten Herz- und Gefäßoperationen bestehen häufig hohe Narkoserisiken. Wenn mir diese Risiken zu hoch für Sie erscheinen, rate ich von einer Operation ab, da eine Septumrekonstruktion nicht lebensnotwendig ist.

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Verschluss dauerhaft hält?

Für die Prognose eines dauerhaften Komplettverschlusses hat sich eine Einteilung nach der relativen Defektgröße bewährt, die ich 2011 erstmals vorgestellt habe. Entscheidend ist nicht die Größe in Zentimetern, sondern das Verhältnis der Lochhöhe zur Gesamthöhe der Nasenscheidewand. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei kleinen Perforationen bei 95 %, bei mittelgroßen bei 94 %, bei großen bei 68 % und bei sehr großen bei ca. 20 %. Bei einem sehr erfahrenen Operateur liegt die Komplettverschlussquote über alle Defektgrößen im Schnitt bei etwa 90 %.

 

Was ist ein Septumbutton (Obturator), und wann ist er sinnvoll?

Ein Septumbutton ist eine Silikon-Prothese, die die Perforation von innen abdeckt, ohne sie operativ zu verschließen. Einige HNO-Ärzte und -kliniken setzen ihn ein, wenn eine Operation nicht gewünscht oder dort als nicht möglich eingeschätzt wird. Allerdings wirkt er als Fremdkörper und führt zu Krusten, Schmerzen und sehr oft zu einer Vergrößerung des Defektes. Die natürliche Funktion der Nase kann er nicht wiederherstellen, denn die fehlende Schleimhaut – welche für die Befeuchtung und Erwärmung der eingeatmeten Luft verantwortlich ist – wird dadurch nicht ersetzt. Regelmäßig kommen Patienten mit einem Button in meine Sprechstunde. Allein die sofortige Entfernung dieses Plastikfremdkörpers bringt fast immer schon eine Besserung, und meist lässt sich anschließend ein Termin zur operativen Rekonstruktion vereinbaren. Bislang konnte ich bei allen diesen Patienten den Defekt verschließen – auch wenn die zuvor behandelnden Ärzte das für unmöglich hielten. Aus meiner Sicht sind Septumbuttons daher nicht mehr zeitgemäß

 

(zuletzt aktualisiert am 12.08.2026)

 

 

Adresse

Dr. med. Thoralf Stange
Rekonstruktive Nasenchirurgie

HNO-Zentrum Neuss
Batteriestraße 1
41460 Neuss

Mobil: +49 176 9938 3643
info@nasenseptumdefekte.de

Kontakt:
Simone Kirschbaum

Meine Assistentin Simone Kirschbaum übernimmt die Kommunikation mit allen Patienten — telefonisch, per WhatsApp oder per E-Mail.
Gelegentlich wird sie durch Sarah Bern vertreten.

OP-Standorte
  • SCHÖN Klinik Düsseldorf
  • HELIOS Klinikum Krefeld

Mit Blick auf den Rhein und auf die Skyline von Düsseldorf bin ich an der SCHÖN Klinik als Chefarzt in Teilzeit tätig.

Im HELIOS Klinikum in Krefeld arbeite ich nasenchirurgisch sowohl an der HNO-Klinik als auch als selbstständiger Belegarzt an der Privatklinik des Klinikums.

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